Typ 356 C

Beschreibung / Text zum Fahrzeug (angelehnt an die Betriebsanleitung 11/1964 Inland 356 C);

Bebilderung mit dem Fahrzeug Porsche 356 C 1600 C aus der Sammlung classics.report (letztes Modelljahr 1965).

Allgemeines

Der Porsche Typ 356 C bietet die Karosserieformen Coupé oder Cabriolet an. Auf Sonderwunsch gab es das Cabriolet mit einem Hardtop-Aufsatz. Karosserie und Rahmen sind miteinander verschweißt. Im Fahrzeugheck befinden sich die Antriebsaggregate Motor und Getriebe. Der 1600 C Motor leistet 75 PS, der Motor 1600 SC stellt 95 PS bereit; der Einbau war wahlweise. Die verbauten Komponenten des Fahrgestells sind: hydraulische Scheibenbremsen an 1. und 2. Achse sowie Einzelradaufhängung und Drehstabfederung.

Motor

Der Viertakt-Otto-Motor ist eine Boxerkonstruktion, jeweils 2 Zylinder liegen sich in 180° gegenüber. Die Kurbelwelle ist 3-fach gelagert.

Hängende Ventile werden über Stoßstangen und Kipphebel angesteuert. Die Kraftstoff-Luftmischung erfolgt rechts und links jeweils über Fallstromvergaser oberhalb der Zylinderreihen. Die Druckumlaufschmierung der Maschine erledigt eine Zahnradpumpe. Oel-Verunreinigungen im Betrieb hält ein Oelsieb inkl. Magnet im Kurbelgehäuseboden zurück; zusätzlich ist im Oelnebenstrom ein Filter aktiv. Die Motoroeltemperatur kontrolliert ein Oelkühler. Bei Motorstart bzw. ersten Umdrehungen wird Oel unter Umgehung des Oelkühlers an die Schmierstellen verbracht, die Kurbelgehäuseentlüftung wird zum rechten Vergaser geführt. Die Kupplung wird mechanisch per Seilzug betätigt, es handelt sich um eine Einscheibentrockenausführung.

Getriebe

Hinterachse und Getriebe sind miteinander verbaut. Alle Vorwärtsgänge (inkl. 1. Gangstufe) sind synchronisiert. Gangwechsel erfolgen nach der Reihenfolge: Schaltmuffe wird vom Synchronring abgezogen, über die Leerlaufstellung auf den Synchronringkonus der neu gewählten Gangstufe gedrückt, das Gangrad erhält jetzt die Drehzahl der Schaltmuffe, die nach dem Synchronisierungsvorgang in die Zähne des Kupplungskörpers einrastet. Die Schaltkräfte sind gering, die Schaltzeit ist kurz. Welle und Gangrad sind in der gewünschen Schaltstufe neu verbunden.

Hinterachse inkl. Federung

Das Pendelachsenprinzip erhält die Führung durch Längslenker/Federstreben. Zwei runde Drehstabfedern in Einzelradaufhängung werden durch progressiv wirkende Gummihohlfedern unterstützt. Hydraulische Teleskopstoßdämpfer verhindern ein Nachschwingen der Karosserie. Eine ggf. Durchfederung wird von Gummianschlägen aufgefangen. Die Fahrzeughöhe kann über die differenzialgeteilten Drehstäbe angepasst werden.

Sonderausstattung – „gern genommen“

Eine zusätzlich an der Hinterachse montierte Einblatt-Stahlausgleichsfeder (an den Enden konisch gewalzt, in der Mitte am Getriebeboden abgestützt) erzielt eine umgekehrte Wirkung gegenüber dem an der Vorderachse angebrachten Achsstabilisator. Einer Übersteuerungsneigung der heckangetriebenen Pendelachse wird somit entgegengewirkt.

… und noch etwas ältere Bilder.

Dinslaken Trabrennbahn, Porschetreffen im Jahr 2003
Peter Stützer (Moderator bei auto-motor-sport) stellt unser Auto vor

904 Carrera GTS – auch 2003 auf der Veranstaltung in Dinslaken

Und was war mit Bulli …?

Nur weil ich beschäftigt bin ist Pause hier? Blogger-Pause? Tatsache – seit über einem Jahr kein Beitrag an dieser Stelle von mir. War bei YouTube aktiv, so könnte ich sagen. VLog statt BLog? Soll das so bleiben? Weiß noch nicht, vielleicht komme ich wieder in den Schreibflow. Beides macht es eben aus, stand auch so in einem Kommentar von Euch. Danke dafür! Kommentare machen Mut.

Am besten ich beginne wieder mit einem kurzen Beitrag über den Bulli, dem aktuellen Projekt. Der Wiederaufbau des T2-Westfalia-Campingbus von 1977 hat Fortschritte gemacht. Videos und eine Playlist dazu sind/ist entstanden. Ich mache es knapp. An dieser Stelle will ich nicht so ausführlich über den Ausbaufortschritt berichten … sondern: da der Bus jetzt mehr und mehr fertig wird, stellt sich mir die Frage, was will ich damit überhaupt (erleben)?

Ab in den Süden damit, das werdet Ihr vielleicht sagen. Vanlive ist mega-in! Berichte und Videos dazu gibt es ohne Ende in den sozialen Netzwerken. Ja, genau. Und wenn ich nur den Titel „roomtour“ in den Überschriften der Veröffentlichungen lese, weiß ich schon was kommt: wie toll alles geworden ist, wie praktisch und genial der Van-Ausbau funktioniert, der Hund kommt auch noch mit und hat einen eigenen Platz… usw. … Ihr wisst schon.

Nein, nein – das mache ich nicht – oder? Werde ich auch die Außendusche und das selbstgezimmerte Gewürzbord der Bulli-Küche in den Videos präsentieren? Werde ich auch über die Anschlussdaten des Solarpanel schwadronieren oder erzählen wie lange ich mit 25 l Wasser im Frischwassertank auskommen kann? NEEEIIIINNN.

Individuell ist der, der es anders macht. Aber alle wollen individuell sein. Individuell ist irgendwie widersprüchlich?!

Also, ob es mal einen Reisebericht von mir im oder mit dem Bulli geben wird, ist noch offen. Reiseberichte sehe und lese ich selber beispielsweise gern, Reiseberichte machen m.E. einen Sinn, sie machen dem Betrachter und Leser Lust auf Länder, Ferne und Abenteuer. Der Bulli wird dann automatisch zur Nebensache, zur Staffage, kommt zeitweilig ins Bild und wir sind stolz darauf mit einem solchen Gefährt unterwegs zu sein – jau – schon ok.

Die Restauration und der Ausbau am Bulli geht weiter! Ferien dann erst im nächsten Sommer gewollt, im Bulli ist keine Standheizung geplant.

Der 1600 TL von 1967 verlässt die Autosammlung

2014 habe ich den Typ 3 gekauft, vor 6 Jahren. Und jetzt die unglaubliche Bilanz nach dieser Zeit – 130 km haben wir an gemeinsamer Wegstrecke geschafft. War die Fastback-Limousine defekt oder hatte sie eine langwierige Restauration zu erdulden, bei der nichts fahrbereit war, wo ich auf Ersatzteile wartete? NEIN. Anders gefragt: Kann es sein, dass ich zu viele Autos habe? JA.

Daten des VW 1600 TL (Typ 31)

Autoliebhaber haben immer neue Ideen, neue Motive die Sammlung zu erweitern, zu verkleinern, zu verändern. Aber, es muss alles einen Sinn haben, Autos müssen gefahren werden! So ist zumindest meine Meinung. Das ist schon dem Namen Automobil geschuldet. Mit dem VW 1600 TL ist mir das offensichtlich nicht gelungen. Ist das schon das Chaos, bin ich ein Auto-Messie? Schnell nach der Definition für einen Messie ge-googled. Erfreulicherweise, erleichterterweise steht da folgenes: Messie … zwanghaftes Horten von wertlosen Dingen und dabei den Überblick verlierend. Ach woher, trifft ja alles nicht zu – pah!

Trotzdem, den Schritt in Richtung Verkauf zu gehen ist entschieden: Ich trenne mich von den „Schätzchen“, die ich schlechthin nicht bewege. Das Kriterium lässt sich weiß-auf-schwarz an den mechanischen Fahrstreckenzählern der Oldtimer ablesen, der blaue TL (die traurige Lösung) fällt hier besonders auf, zu wenige Kilometer bewegt, er ist jetzt ausgezählt.

In diesen Tagen drehe ich das Verkaufs-Video. Für solche Autos sucht man nach Liebhabern. Und es gelingt. Die Anfrage ist groß, das hätte ich nicht einmal erwartet.

Verkaufsvideo im August 2020, u.a. auch ein historischer Volkswagen-Werbeclip für den US-Markt eingespielt

Mutter, Mutter, wie weit darf ich reisen?

Ein Kind war die Mutter, die anderen Kinder standen in der Reihe und mit einigem Abstand davor. Nach der Reihe fragten die Kinder: „Mutter, Mutter, wie weit darf ich reisen?“ Die beste Antwort, die von uns in diesem Kinderspiel gegeben wurde, war dann: “ Kon-stan-ti-no-pel am Rhein„. Keiner von uns Kindern wußte zu dieser Zeit (in den 60ern) was oder wo Konstantinopel war. Keiner stellte sich die Frage, ob es diese Stadt überhaupt gab bzw. gegeben hat. Und da diese für uns imaginäre Stadt einfach an den Rhein gelegt wurde, brachte es zwei Silben mehr ein in unserem Fragespiel, das wir draußen auf der Straße vor dem Haus spielten. Von der Mehrsilbigkeit des Bos-po-rus hatten wir noch nicht gehört. Wer die Reiseziele mit den meisten Silben von der Mutter erhielt, rückte rasch mit Schritten vor und durfte in der Spielwiederholung selber die Mutter sein.

Jetzt ist die Zeit 50 Jahre vorgerückt. Heute würde mir vielleicht einfallen: „Mit dem Bul-li bis Is-tan-bul“. Auch jede menge Silben!

Bulli im Zustand vor der Restaurierung, gekauft 2012

Aber heute fragt man nicht die Mutter, man fragt das ökologische Gewissen! Darf ich ein entferntes Reiseziel z.B. mit dem Flugzeug ansteuern? Ja, nein, vielleicht … jedenfalls spende ich zumindest bei einer „Baumpflanzervereinigung“ mehrere Euros, um die Flugreise CO2-neutral zu rechtfertigen. Darf es ein Luxus-Ressort sein? Und wie ökologisch sind diese Herbergen der Besserverdiener und Jet-Reisenden. Reicht es schon, hier angekommen, sein Badetuch nicht jeden Tag auf den Boden zu hinterlassen, um es so vielleicht nur alle 2 Tage waschen zu lassen.

Ist das nachhaltig? Kann sein. Hilft das? Nein.

Reisen ist so schön, aber wie? Maximal frei sein, maximal ungezwungen, maximal individuell. Das reicht mir eigentlich schon aus an Attributen für eine Reiseplanung. Ich mache in diesen Tagen meinen alten Camper wieder flott, den VW-T2-Westfalia-Bulli. Die Restauration begann schon vor 6 Jahren, kam dann ins Stocken – andere Projekte hatten Vorang. Jetzt soll es weiter gehen, ich habe mit dem T2-Auf- und Ausbau wieder begonnen. Mal sehen, ob ich auf diese Weise, unterwegs in einem T2-Camper, meine Reisesehnsucht mit dem Reisegewissen zusammenbringen kann.

Ja, wenn er erst einmal wieder laufen … ehhhhh fahren würde. 😉

KG Typ 34 reloaded – pimpen

Quelle: Volkswagen-Prospekt

So wie im Prospekt sieht mein Karmann Ghia nicht mehr aus. Er hat nach 51 Jahren so viele Lackfehler wie ein Leopard Flecken im Fell. Die Hauptuntersuchung (TÜV) besteht er zwar, Mechanik, Karosserie, Antrieb, Beleuchtung alles okay, die Außenhaut ist allerdings nicht oldtimertauglich (§23 StVZO), zu viele Lackrisse und -abplatzungen.

Lack und auch der Chrom wird aufgearbeitet bzw. ausgebessert

Jetzt geht es darum nicht im 1. Anlauf den Schönheitspreis zu gewinnen, er soll zunächst einer Oldtimerbegutachtung entsprechen.

PS: empfohlener Link Unvernünftige Klassiker – Typ 34 – VW für Vermögende – AutoBild

Der Lackierer braucht viele Wochen, aber dann ist der Ghia an der Reihe: die Lackausbesserung steht an.

Update Juli 2019 – Finale

Auf See und vor Gericht ist man in Gottes Hand. Der Oldtimerfahrer kann gewiss die Hauptuntersuchung (oft nur als TÜV bezeichnet) hinzunehmen. Dennoch, nach einer Vorbesprechung mit einem TÜV-Gutachter, dem zwischenzeitlichen Aufenthalt in der Lackierwerkstatt usw. hat das Auto nunmehr seine neue Tauglichkeit zur Teilnahme am öffentl. Starßenverkehr nach 42-jähriger Pause erneut bestanden.

HU und Oldtimerbegutachtung nach §23 StVZO wurde am 4.07.2019 bestanden!

Der 34er ist jetzt angemeldet. Wie alle anderen Oldtimer in der Flotte (von classics.report) darf er mit dem roten 07er-Oldtimer-Kennzeichen bewegt werden. Eine der ersten kleinen Ausfahrten haben wir auch in Bewegt-Bildern festgehalten.


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Targa, Teppich, feddich

Der offene Wagen wird fertig – der Porsche 911 Targa.

Schon 1964 zu Papier gebracht – der 911 als Targa – ein Wagen, der einer ganzen Autokategorie den Namen gab.

Zuletzt fehlte noch der Teppich in meinem 2,2 T von 1970. Das ist jetzt erledigt, die Restaurierung ist abgeschlossen. Wenn das Wetter passt, wird das heraushebbare Dachmittelteil ab sofort im Kofferraum verstaut. Der Innenraum darf präsentiert werden. Finit!

Hier Bilder im Video-Format vom KLEBEN … ZIEHEN …&… SPANNEN der angefertigten Teppich-Einklebeteile, die aus einem 2x2m Auto-Teppich (Meterware) in Velour-Qualität herausgearbeitet worden sind. Ja, man kann das fast alles selber machen! Schaut es Euch einmal an:

Das Radlagerspiel (Achse vorn) war bei einer Probefahrt auch noch auffällig. Das Nachstellen wird ebenfalls im Video gezeigt.

Das Restaurations-Projekt zu diesem Fahrzeug ist nun nach 4 Jahren abgeschlossen (ja, ich habe mir Zeit gelassen – man kann das auch schneller umsetzen 😉 ). Gelegentlich werden sicher noch Verbesserungen bzw. Reparaturen fällig sein, aber das ist dann der übliche Oldtimerbetrieb. Auch das Targa-Faltdach ist noch in der Bearbeitung, das soll jetzt von einem Sattler aufgearbeitet werden, ein Profi wird das erledigen.


Fortsetzungsgeschichte  Teil   1 2 3 4 5


1. Mai – Käfer – Feiertag

VW 1300
Typ 147 „Fridolin“

Hannover – hier treffen sie sich am 1. Mai die Leute mit den etwas anderen Autos. Heckmotorwagen, alle mit dem gleichen Konstruktionsprinzip im Maschinenraum: luftgekühlte 4_Zyl.-Boxermotoren atmen durch Luftgitter und -führungen und verbreiten dabei den so typischen ungekapselten Motorsound. Hätte man die Namen der Fahrzeuge nicht schon oft gehört, würde es wohl eher ungewöhnlich anmuten. Sie werden als Nasenbär, Käfer, Kübel, Bulli oder Fridolin bezeichnet – total schräg diese Necknamen. Auf den Motorklappen findet man hingegen nur die Hinweise 1200, 1300, 1500, 1600, 411/412 und vielleicht noch etwas Volkswagen-Alphabet: L, S, LS, TL.

T1-Bus „Hippie“
Käfer-Hinterachse tief, tiefer, …

Messeparkplatz Ost nimmt an diesem Tag circa 3.000 alte Volkswagen auf, eine eindrucksvolle Kulisse. Außerdem kümmern sich 150 Händler und auch Privatanbieter um den Ersatzteilnachschub unter freiem Himmel. Seit 1983 wird dieses Treffen organisiert. In diesem Jahr sind wieder 15.000 Besucher der Einladung gefolgt. Und es lohnt sich dabei zu sein! Man sieht seltene KdF- oder Kübelwagen, sehr gut restaurierte oder erhaltene Originalfahrzeuge – Cabriolet, Limousine, Coupé, Geländewagen, Transporter in Luxus-, Export- oder Stardardausführung. Aber, so war es schon immer in der Szene, noch mehr Wagen sind umfrisiert – getunt, mit Zubehör individualisiert oder für den Motorsport weiterentwickelt.

Typ 14 Karmann Ghia „lowlight“
Typ 82 „Kübelwagen“

Die Besitzer geben immer Auskunft zu ihren Fahrzeugen, jeder Wagen hat eine Geschichte. Und zu Recht werden die alten Autos heute als technisches Kulturgut bezeichnet. Das klingt gut, aber vor allem ist es ein mobiles Erbe aus vergangenen Jahrzehnten, das uns heute noch Fahrspass vermittelt und zu solch fabelhaften Szene-Treffen begleitet.

Blick ins Karmann-Cabriolet mit einem portablen Radiogerät im Armaturenbrett
Typ 3 Variant

Hier die Stimmung vom Tag in einem kleinen Video eingefangen:

Techno Classica 2019 – Messe-Highlight – 50 Jahre 914

50 Jahre Porsche 914 – da habe ich in diesem Jahr auch ein Glanzstück am Porsche-Stand in Essen erwartet! Aus dem Museum in Stuttgart mitgebracht war der 914 006 bzw. 914/8 oder auch 914 S, der in Zell am See zum 60. Geburtstag an Ferry Porsche ausgeliefert wurde.

„Ich kaufe nie ein Auto – ich warte immer auf einen runden Geburtstag, dann bekomme ich einen Wagen geschenkt.“

Ferry Porsche
Messebeschriftung [914 S]
Messebeschriftung [914 S]

Der 3-Liter-Achtzylinder-Motor im Geburtstags-Auto gehörte eigentlich in den 908/3-Spyder-Rennwagen bzw. Sport-Prototyp der Gruppe 6, den Porsche 1968 für die Sportwagen-Weltmeisterschaft konstruierte. Wer jetzt denkt, der Neffe wollte dem Onkel eine große Freude machen, hat vermutlich recht. Aber Piëch, damals auch Verantwortlicher für die Rennaktivitäten bei Porsche, hatte ebenso einen Coup gelandet. Die Konstruktion 914 war für einen 3-Liter-Rennmotor geeignet, was zu beweisen war. Parallel zur Spezialanfertigung für den Onkel hatte Ferdinand Piëch ebenso ein 8-Zylinder-Versuchsfahrzeug mit 300 PS und sagenhaften 8.200 U/min. bauen lassen. Aus dem Porsche-Einsteiger-Modell konnte man also einen Renn-Boliden machen. Auf diese Erkenntnis gestützt, entstanden im Anschluss die sog. 6-Zylinder-914-Werks-GT (ein weiterer Prototyp 180 PS und 10 GT-Wagen mit 190 bzw. 210 PS).

Wer kein Porsche war und auch gerade nicht Geburtstag hatte, durfte sich ab 1969 den Mittelmotorwagen in der leistungsstärksten 6-Zylinder-Variante (serienm. 110 PS) bestellen. Immerhin war der 911-T-Motor im 914 mit 19.980 DM zu berappen – kein Einsteiger-Preis mehr.

Normalos, 914-Kunden ohne Rennambitionen fuhren ohnehin die 1,7 Liter-Vierzylinder-Wagen (80 PS), die 1969 zum Preis von 12.560 DM an den Start gingen.

Privat-Rennfahrer nutzten aber die Chance aus dem 916/6 durch Eigenumbau einen GT zu schmieden. In Stuttgart konnten überdies auf Kundenwunsch fertige 914/6 mit Abstimmung auf Rallye oder Rundstrecke erworben werden – sog. 914/6 R. Diese Rennversionen waren für knapp unter 50.000 DM zu haben. Vermutlich dem Preis geschuldet wurden die Umbau-Kits, u.a. auch von Porsche angeboten, häufiger nachgefragt. Ca. 400 offizielle Sport-Kits wurden von Porsche ausgeliefert.

Die „echten“ Werks-GT-Modelle wurden nie an Kunden verkauft.


weitere Messebilder unter:
https://www.youtube.com/watch?v=l9GsPU6BqJY

Na Ovali, wie wär’s mit einer kleinen Ausfahrt?

Abgewandelt, aber irgendwie so schon einmal gehört? Dann gehörst du zur Kinder-Generation der 60er, vielleicht noch Anfang der 70er. Und die legendären Worte im Vorspann der Western-Geschichten heißen richtig: „Na Fury, wie wär’s mit einem kleinen Ausritt? Hast du Lust?“

Immer wenn ich den Ovali aus der Ecke hole, muss ich daran denken – an Kindertage, z.B. auch an Fury – vermutlich ist es der Zeitbezug. Mein Ovalscheiben-Käfer ist aus dem Baujahr 1956 und damit älter als ich selbst.

Damals Zuhause

Fury durften wir Zuhause schauen Ende der 60er. Meine Oma rief uns rein zur Kinderstunde am späten Nachmittag, da fing die Sendezeit des Tages an: „Wollt ihr Furri gucken?“ Wir Kinder spielten immer draußen, die Nietenhosen (Jeans sagten wir noch nicht) waren beim Eintreten in die Stube oft nicht stubentauglich. Schauten wir diese typische US-Serie in der Nachbarschaft, legte die Mutter dort eine Decke zwischen die blauen Hosen und die Wohnzimmer-Sitzmöbel. Im Sommer waren das natürlich kurze, rauhe Lederhosen und die waren erst recht nicht für die Wohnzimmer-Couch zugelassen. Zuweilen saßen wir einfach nur auf dem Teppich. Wir rochen nach aufgewühlter Erde aus dem Garten, nach Wiese und Rothe (ein Bach hinter unserem Haus). Oft hatten wir einen roten Kopf, verschwitzte Haare und staubige Beine vom Fußballspielen auf dem Asche-Sportplatz. Noch beim Vorspann zur Serienfolge, in der der schwarze Hengst galoppierend ins Bild kam, vom Serien-Helden gerufen, merkte ich den pochenden Pulsschlag im ganzen Körper. Ob es den anderen Jungs auch so ging? Kein Ahnung, darüber sprachen wir nicht, wir waren voller Erwartung der neuen Abenteuer aus dem fernen Texas. Und das pochende Herz war nicht die Vorfreude auf das Fernsehen, oft waren wir einfach nur ausgepowert vom Fußball, vom Radfahren, vom Toben und Ausgelassen Sein. Und von jetzt auf gleich saßen wir versammelt für 30 Minuten vor der s/w-Flimmerkiste, zumeist 2, 3, max. 4 Jungen – Nachbarsjungen.

Erinnerung ist eine Auswahl

Warum mich der Ovalscheiben-Käfer vornehmlich an diese Zeit erinnert, kann ich nicht genau sagen. Vielleicht ist es neben der Zeit, aus der er stammt, außerdem noch seine wilde Art, wenn man bei einem Auto davon sprechen kann. Er ist kein akkurater oder schicker Oldtimer, er braucht ebenso eine Unterlage, auf die er abgestellt wird – damit er nichts schmutzig macht. Und wenn er von draußen kommt, riecht er auch nicht nach Lavendel. Er riecht besser, nach warmen Verbrenner, nach aufsteigendem Oelduft, sein Motor knistert jetzt, er kommt zur Ruhe und kühlt ganz langsam ab. Aber der Geruch hängt noch nach Stunden in der Garage, er ist eben ein kleiner Käfer geblieben, unverändert, original, mit viel Patina. Wenn ich heute als erwachsener Mann (meine Kinder sagen: alter Mann bzw. Alter) in dieses Auto steige, denke ich an die Kindheit zurück.

1 oder 2 Studen später, nach erledigter Runde über die Landstraßen, stecke ich die Nase noch einmal in die Karosserie-Rippen unter dem Ovalfenster der abgestellten Limousine – da ist der Geruch aus dem Erinnerungen aufsteigen.

4-Zylinder Mittelmotorstory – hast Du Bock auf ein Fotoshooting?

Anruf vom Delius Klasing Verlag, Thorsten Elbrigmann meldete sich vor 14 Tagen bei mir: „Wir machen zu 50 Jahre Porsche 914 eine Story im neuen Heft von Porsche Klassik. Hast Du den grünen 914 noch? Dürfen wir kommen? Hast Du Zeit?“ Allerdings, korrekt erzählt, wir waren am Telefon zunächst noch beim Sie.

Zeit habe ich (nie), andererseits muss man mich für derartige Aktionen mit Porsche-Fahrzeugen nicht lange überreden! Termin gebongt! Gestern war das Team von Porsche Klassik (Redaktion in Bielefeld) da. Einen 2019er Cayman 718 T hatten sie dabei – das handgeschaltete Modell für die Puristen. In der geplanten Story geht es um den Vergleich der Fahrzeuge: 718-neu vs. 914-alt. In diesem Fall war der 718 ein ganz neues Porsche-Promo-Auto aus Stuttgart, das der Redaktion zur Verfügung gestellt wurde. Einen 914 konnte das Porsche-Museum nicht beisteuern, der hatte schon eine andere Buchung. Und der zweite 914-Museumswagen musste als Präsenz in Stuttgart bleiben.

Bielefeld – Horstmar ist zudem noch die kürzere Entfernung für ein 1-Tages-Fotoshooting. Also hatte der grüne 914 2.0 aus dem Münsterland gestern das Mandat für eine professionelle, digitale Ablichtung.

Was haben wir gemacht? AUTOS GESCHOBEN, den ganzen Tag! Den 914 und den 718 ins Bild gerückt und alle anderen Autos in der Halle aus dem Bild herausgerollt. Regie hatte Thorsten II, der Fotograph. Thorsten I, Wolfgang (auch Redaktion) und ich durften gestern die große Auto-Schiebe-Urkunde machen. Wir waren guter Stimmung, trotz der angespannter Wetterlage draußen. In der Halle hatten wir den Schutz und die Ruhe. Allerdings mussten wir die unersättlichen Schiebeaufträge von Thorsten II erdulden. 🙂

O H N E S T A T I V K N I P S T D U N U R (Autor unbekannt)

Jetzt freue ich mich schon auf eine gute Story und die professionellen Fotos! Bisweilen sind hier meine geknipsten Handy-Fotos im Bild.

Das Magazin 1/2019 – jetzt erschienen:

 

Update …

Ebenso ist der Artikel seit dem 13.04.2021 im Porsche-Newsroom nachzulesen.