Archiv der Kategorie: Volkswagen

12 Beiträge:
– Na Ovali, wie wär’s mit einer kleinen Ausfahrt?
– KG Typ 34 reloaded – pimpen
– KG Typ 34 reloaded – warum normal, wenns´auch anders geht
– KG Typ 34 reloaded – alles außer gewöhnlich
– T1 – und alte Feuerwehren
– T1 – Trockeneisstrahlen
– dug the bug out
– Käferwerkstatt – lackieren & montieren
– 0 auf 100 – halbe Minute
– Karmanns Erbe
– Bananen aus Berlin-Halensee
– Käferwerkstatt – kaufen & entrosten

KG Typ 34 reloaded – pimpen

Quelle: Volkswagen-Prospekt

So wie im Prospekt sieht mein Karmann Ghia nicht mehr aus. Er hat nach 51 Jahren so viele Lackfehler wie ein Leopard Flecken im Fell. Die Hauptuntersuchung (TÜV) besteht er zwar, Mechanik, Karosserie, Antrieb, Beleuchtung alles okay, die Außenhaut ist allerdings nicht oldtimertauglich (§23 StVZO), zu viele Lackrisse und -abplatzungen.

Lack und auch der Chrom wird aufgearbeitet bzw. ausgebessert

Jetzt geht es darum nicht im 1. Anlauf den Schönheitspreis zu gewinnen, er soll zunächst einer Oldtimerbegutachtung entsprechen.

PS: empfohlener Link Unvernünftige Klassiker – Typ 34 – VW für Vermögende – AutoBild

Der Lackierer braucht viele Wochen, aber dann ist der Ghia an der Reihe: die Lackausbesserung steht an.

Update Juli 2019 – Finale

Auf See und vor Gericht ist man in Gottes Hand. Der Oldtimerfahrer kann gewiss die Hauptuntersuchung (oft nur als TÜV bezeichnet) hinzunehmen. Dennoch, nach einer Vorbesprechung mit einem TÜV-Gutachter, dem zwischenzeitlichen Aufenthalt in der Lackierwerkstatt usw. hat das Auto nunmehr seine neue Tauglichkeit zur Teilnahme am öffentl. Starßenverkehr nach 42-jähriger Pause erneut bestanden.

HU und Oldtimerbegutachtung nach §23 StVZO wurde am 4.07.2019 bestanden!

Der 34er ist jetzt angemeldet. Wie alle anderen Oldtimer in der Flotte (von classics.report) darf er mit dem roten 07er-Oldtimer-Kennzeichen bewegt werden. Eine der ersten kleinen Ausfahrten haben wir auch in Bewegt-Bildern festgehalten.


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Na Ovali, wie wär’s mit einer kleinen Ausfahrt?

Abgewandelt, aber irgendwie so schon einmal gehört? Dann gehörst du zur Kinder-Generation der 60er, vielleicht noch Anfang der 70er. Und die legendären Worte im Vorspann der Western-Geschichten heißen richtig: „Na Fury, wie wär’s mit einem kleinen Ausritt? Hast du Lust?“

Immer wenn ich den Ovali aus der Ecke hole, muss ich daran denken – an Kindertage, z.B. auch an Fury – vermutlich ist es der Zeitbezug. Mein Ovalscheiben-Käfer ist aus dem Baujahr 1956 und damit älter als ich selbst.

Damals Zuhause

Fury durften wir Zuhause schauen Ende der 60er. Meine Oma rief uns rein zur Kinderstunde am späten Nachmittag, da fing die Sendezeit des Tages an: „Wollt ihr Furri gucken?“ Wir Kinder spielten immer draußen, die Nietenhosen (Jeans sagten wir noch nicht) waren beim Eintreten in die Stube oft nicht stubentauglich. Schauten wir diese typische US-Serie in der Nachbarschaft, legte die Mutter dort eine Decke zwischen die blauen Hosen und die Wohnzimmer-Sitzmöbel. Im Sommer waren das natürlich kurze, rauhe Lederhosen und die waren erst recht nicht für die Wohnzimmer-Couch zugelassen. Zuweilen saßen wir einfach nur auf dem Teppich. Wir rochen nach aufgewühlter Erde aus dem Garten, nach Wiese und Rothe (ein Bach hinter unserem Haus). Oft hatten wir einen roten Kopf, verschwitzte Haare und staubige Beine vom Fußballspielen auf dem Asche-Sportplatz. Noch beim Vorspann zur Serienfolge, in der der schwarze Hengst galoppierend ins Bild kam, vom Serien-Helden gerufen, merkte ich den pochenden Pulsschlag im ganzen Körper. Ob es den anderen Jungs auch so ging? Kein Ahnung, darüber sprachen wir nicht, wir waren voller Erwartung der neuen Abenteuer aus dem fernen Texas. Und das pochende Herz war nicht die Vorfreude auf das Fernsehen, oft waren wir einfach nur ausgepowert vom Fußball, vom Radfahren, vom Toben und Ausgelassen Sein. Und von jetzt auf gleich saßen wir versammelt für 30 Minuten vor der s/w-Flimmerkiste, zumeist 2, 3, max. 4 Jungen – Nachbarsjungen.

Erinnerung ist eine Auswahl

Warum mich der Ovalscheiben-Käfer vornehmlich an diese Zeit erinnert, kann ich nicht genau sagen. Vielleicht ist es neben der Zeit, aus der er stammt, außerdem noch seine wilde Art, wenn man bei einem Auto davon sprechen kann. Er ist kein akkurater oder schicker Oldtimer, er braucht ebenso eine Unterlage, auf die er abgestellt wird – damit er nichts schmutzig macht. Und wenn er von draußen kommt, riecht er auch nicht nach Lavendel. Er riecht besser, nach warmen Verbrenner, nach aufsteigendem Oelduft, sein Motor knistert jetzt, er kommt zur Ruhe und kühlt ganz langsam ab. Aber der Geruch hängt noch nach Stunden in der Garage, er ist eben ein kleiner Käfer geblieben, unverändert, original, mit viel Patina. Wenn ich heute als erwachsener Mann (meine Kinder sagen: alter Mann bzw. Alter) in dieses Auto steige, denke ich an die Kindheit zurück.

1 oder 2 Studen später, nach erledigter Runde über die Landstraßen, stecke ich die Nase noch einmal in die Karosserie-Rippen unter dem Ovalfenster der abgestellten Limousine – da ist der Geruch aus dem Erinnerungen aufsteigen.

KG Typ 34 reloaded – warum normal, wenns´auch anders geht

Die alte Karmann-Werbung, die ich auf der Rückseite einer Guten Fahrt von 1965 gefunden habe, verursacht ein Bild in meinem Kopf …. Don Quijote de la Mancha. Hatte der nicht „einen an der Waffel“ – soll ich jetzt ein Fragezeichen setzen? Besser ein Ausrufezeichen! Denn die bekannteste Episode im Ritterdrama ist sicherlich der Kampf gegen die Windmühlen, wenngleich im Roman eine eher untergeordnete Handlung. Der Junker ist aber nicht mein Protagonist, es kommt noch ein klappriger, dürrer Gaul Rosinante vor, der den sinnreichen und etwas entrückten spanischen Helden über die Hochebene Kastiliens trägt. Genau, verstanden! Rosinante ist die Metapher für den 34er auf diesem Werbefoto.

Und so betagt und fast schon am Ende, wie das Pferd im Roman, so in etwa ist die Entsprechung zu meinem Typ 34, der jetzt in der Werkstatt steht.

Fehlende Zierleiste, keine Sicken am Außenschweller – böse – hier sind vermutl. Reparaturen der Vergangenheit versteckt.

Restaurieren würde mich langweilen, wenn ich das Auto im derzeitigen Zustand betrachte.

Das Zündschloss musste auch raus zur Reparatur – ist neu verkabelt worden.

Er hat das Zeug zu mehr – oder weniger. Je nach dem, wie man es sehen will. Später Restaurierung nicht ausgeschlossen ist das Motto. Jetzt ist vorerst das Projektziel anders definiert: Ratte mit Tüv, so könnte man sagen. Die Spuren seiner Vergangenheit bleiben zunächst einmal erhalten, nur fahren soll er wieder. 42 Jahre nach der Stilllegung ist das leichter gesagt als umgesetzt. Ob es zu einem Happy End kommt – mal sehen, der Projektverlauf wird es zeigen.

Hier das nächste Videoprotokoll: der 4. Teil.

Einige Tage weiter ….

20. Februar 2019, ein denkwürdiger Tag in meiner „Oldtimer-Karriere“. Als ich mit 18 Jahren den Führerschein bekam, da wurde dieser 34er von Bj. 1968 stillgelegt, er hatte es hinter sich. Das offizielle Autoleben mit Zulassung im Straßenverkehr war für ihn 1977 bereits vorbei. Jedoch zu dieser Zeit kannten wir uns noch nicht. Heute bin ich selber 60 und versuche diese alte Möhre, die ich vor 8 Jahren erworben habe, wiederzubeleben – 42 jahre später. Aussichtslos? Nein, denn, wie gesagt, gestern hatte ich mit diesem Wagen eine Glanzstunde. Klingt etwas pathetisch, aber so war es! Für den Rest des Tages war ich geflasht. Nach einigen Versuchen konnte ich ihn am Nachmittag starten – und er lief wunderbar, er hatte mehr als 4 Jahrzehnte auf mich gewartet!

Das Projekt geht gut aus, jetzt bin ich zuversichtlich. Mehr als erwartet: Die Aussicht, ihn wieder fahren zu können, wird sich erfüllen!

Wir sind im März ….

Heute am 13. war Tüv-Begutachtung. Es gibt eine gute und ein schlechte Nachricht:

🙂 Technisch entspricht der Karmann Bj. 1968 den Vorschriften und würde eine Hauptuntersuchung (Vollabnahme nach §21 StVZO) bestehen!

🙁 Optisch kann er im derzeitigen Zustand kein Oldtimergutachten (§23 StVZO) bekommen, da Lackabplatzungen und -risse das Maß erlaubter Patina übersteigt.

D.h., mit § 21 könnte er angemeldet werden und wieder am Straßenverkehr teilnehmen, aber nicht als Oldtimer! Bei mir soll er jedoch in der 07er-Oldtimerflotte aufgenommen werden, demzufolge ich zunächst einmal am Lack arbeiten muss. Nix schweißen – aber füllern und beilackieren steht auf der Agenda. Erst wenn er die Hürde §23 StVZO genommen hat, geht es weiter.


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KG Typ 34 reloaded – alles außer gewöhnlich

Karmann Ghia Typ 34 – als Restaurierungsobjekt vor 8 Jahren gekauft – steht, rollt, wartet – nichts weiter ist bisher passiert.

Rückschau – Produktion mit Handbremse.

Nach kaum 8-jähriger Produktionszeit (1961-69) verschwand der Karmann Ghia Typ 34 vom Band ohne einen wirklichen Nachfolger zu haben. Der Neuwagenpreis lag zuletzt bei 9.145 DM. Zu teuer? Zu viel Luxus für einen Volkswagen in dieser Zeit? Im besten Jahr 1963 lag die Tagesproduktion gerade einmal bei 24 Wagen. Ein US-Export fand nicht statt, zu nah am 62er-Plymouth oder am Chevrolet Convair? Insgesamt 42.505 Exemplare schafften es gerade einmal die Hallen in Osnabrück zu verlassen – kein wirtschaftlicher Erfolg. 1969 wurde die Produktion des „großen“ Karmann Ghia, so wurde er auch genannt, beendet.

Man kann das Design heute noch feiern. Weder schnell noch kraftvoll, ein KG muss (eigentlich nur) schön sein!

Einer der 42-Tausender hat es zu mir geschafft. Für Coupé-Freunde bleibt es der Designschlager unter den luftgekühlten Volkswagen! Eine steil gestellte Windschutzscheibe und eine viel schräger gestellte und hoch in die Dachlinie laufende Heckscheibe. Alles filigran gestrebt – man sitzt wie in einer Pilotenkanzel. Alle VW aus den 60ern sind rund, der 34er hat aber diese markant umlaufende Profilkante („Bügelfalte“) in der Karosserie, die in der Wagenfront über kleinen Zusatzscheinwerfern harmonisch zuläuft. Die abfallende Heckpartie ist lang für ein 2+2 Coupé, hier tarnt sich der Flachmotor mit Doppelvergaserbestückung unter dem hinteren Kofferfach (Gesamtlänge des Autos ist 4,28 m). Sergio Sartorelli bei Ghia in Turin zeichnete ihn schon 1958. Die Zusammenarbeit von Karmann und Ghia hatte sich schon beim kleinen KG Typ 14 Anfgang der 50er bewährt. Am Messestand der Firma Karmann (IAA 1961 in Frankfurt/M.) wurde er vorgestellt – der „Zweitwagen für die vermögenden Schichten“, VW betitelte ihn tatsächlich als „A Ladies‘ Sportscar“. Die fehlende Leistung für einen echten Sportwagen wurde so in eine Tugend gewandelt. Heute würden wir sagen: Gender-Marketing, aber das war 1961 kein Thema, zeittypisch! Technisch gesehen war der 34er jedenfalls nichts Besonderes, von der Stange, ein Volkswagen eben. Er reihte sich in die Familie der Typ 3 Wagen ein, Volkswagens Vorstoß in den Markt der unteren Mittelklassewagen.

Quelle: Werbefoto Volkswagen

Und jetzt zum Restaurierungs-Kandidaten: 8 Jahre allein bei mir ungenutzt in der Ecke. Der 34er ist jetzt dran – alles andere kann warten.

Erstzulassung meines 34er war 2/1968, Stillegung dann schon wieder 1/77. Der KG ist nunmehr:

Alter KFZ-Brief, auch als sog. Pappbrief bekannt.

4_2__ J_a_h_r_e__a_u_ß_e_r__D_i_e_n_s_t__!

Es handelt sich um ein Modell von 1968, ein 1600 L Automatik mit 54 PS. Von zwei Vorbesitzerinnen, Dr. med. Anni … und Ruth …., beide aus Bocholt, insgesamt 125.ooo km gefahren worden. Im alten KFZ-Brief kann man die Besitzerhistorie und Zulassungszeit ablesen, ein Stilllegungszettel ist auch noch vorhanden. Und hier stimmt es wieder, der KG war ein Typ, der den Frauen gefiel bzw. gefallen sollte. Die Werbung hatte die vermeintliche Zielgruppe gefunden.

Du willst es, du kriegst es …. (vermutlich) hin. Vom Dauerparkplatz rollt der 34er jetzt in die Werkstatt.

Über die Arbeiten in der Werkstatt entsteht ein Videoprotokoll. Hier der 1. - 3. Teil,
weitere kurze Videos in Folgebeiträgen über das Projekt: KG Typ 34 "reloaded".

Warum hat er solange gestanden? Die 8 Jahre bei mir kann ich erklären, aber was war davor. Welche Schäden hat er? Mal abgesehen von einer zu überarbeitenden Karosserie – für die erste Aufgabe, ihn aufzuwecken, braucht es jetzt die alten Schrauberkenntnisse aus der Käferzeit. Mal sehen, was da noch geht. Schritt für Schritt vorgehen: der 3-Gang-Automatikwagen soll zum Laufen gebracht werden? Die Engländer haben diese schöne Vokabel: to refloat sth. – das ist es! Das würde mich beflügeln ihm in der Zukunft mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Wer an alten Autos schraubt, der kennt das: auseinanderbauen, reinigen, reinigen, …. reinigen, reinigen, zusammenbauen. Ggf. mal reparieren, aber immer wieder reinigen, putzen, reinigen. Leidet man an einem Putzzwang, so ist das in diesem Falle bzw. für dieses Geschäft vermutlich nicht einmal von Nachteil! Bin mit den ersten Arbeiten am 34er angefangen. Da ich ihm jetzt meine Aufmerksamkeit gebe, habe ich so langsam eine Vorstellung davon, wie er einmal werden soll, vorausgesetzt die 54 PS kommen wieder in Schwung. Eine Hochglanz-Vollrestauration wird es jedenfalls nicht. 🙂 Soll auf irgendeine Weise spannender werden!


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T1 – und alte Feuerwehren

Der T1-Feuerwehrbulli wird fertig

Endlich habe ich die Stoßstangen vom Lackierer zurückbekommen und der Bulli konnte jetzt im Oktober fertig montiert werden (siehe auch Beitrag T1 – Trockeneisstrahlen). Um z.B. die Bosch-Signalhörner einmal zu hören, wird er im Videoformat vorgestellt:

Etwas zur Historie

2010 kam dieser VW-Transporter (Bj. 1965, 42 PS, 1500 ccm) über einen österreichischen VW-Sammler zu mir. Georg hatte ihn wiederum von einer Wehr in der 1.000-Einwohnergemeinde Daleiden/Eifel erworben. In diesem Ort wurde er 1994 aus dem Vorbesitz der Verbandsgemeinde Speicher gekauft und zum TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug) ausgebaut. Die Magirus-Tragkraftspritze TS8/8 von 1963 als TSF-Ausrüstung ist immer noch dabei. Die Leistung der Tragkraftspritze mit dem 4-Zyl.-VW-Instustriemotor ist je nach Ansaughöhe >1.000 Liter/min.

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Die VW-Transporter waren damals ganz typisch für keine Wehren und oftmals der erste Schritt zu einem eigenen Motorfahrzeug. Diese Fahrzeuge ermöglichten das Aussortieren vieler, zumeist in dieser Zeit noch von Traktoren oder anderen Behelfsfahrzeugen gezogenen Tragkraftspritzenanhängern.

 

Historische Fahrzeuge und Pumpen im Einsatz

Leider war mein Bulli im Sommer noch nicht fertig, ein Ausflug mit Erlebnisgarantie stand an. Die Freunde historisher Feuerwehrfahrzeuge, eingeladen von Rainer Dehne in Enger-Dreyen, der den Tag auch hervorragend organisiert hatte, trafen sich zu einer Übung am Mittellandkanal. Schwager Gerd nahm mich im Magirus mit. Hier einige Bilder dazu:

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Das viell. eindrucksvollste Fahrzeug an diesem Tag – eine MAN-Drehleiter von 1938. Das Fahrzeug wurde nicht nur gezeigt, die Drehleiter wurde ausprobiert. Ausgefahrene 30 Meter Stahlkonstruktion und ca. 2 t Gewicht (nur die Leiter) richteten sich an diesem Tag in den Himmel.

Die anderen Fahrzeuge (sehr schöne Mercedes u. Magirus der 50 – 70er Jahre) pumpten am Kanalufer kräftig Wasser durch die Schläuche und bewiesen ihre andauernde Tauglichkeit. Auch Tragkraftspritzen kamen zum Einsatz.

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T1 – Trockeneisstrahlen

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Gefahren wird der Feuerwehrbulli von 1965 eher selten. 16.000 Original-km hat er jetzt auf der Uhr. Wenn der VW-Motor aber einmal starten soll, so macht er das auch brav. Dazu kippe ich einen Schluck Benzin von oben in den Vergaser – Zündung – und schon läuft er. Die 6-Volt-Batterie und die mechanische Bezinpumpe haben es dann einfacher nach langer Standzeit.

Heute hat die Feuerwehr keinen spontanen Blaulichteinsatz, sondern der Termin ist lange abgesprochen und vorgeplant.

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Der Unterboden des VW-T1 soll konserviert werden. Unter der teilweise bröckeligen Bitumenschicht und dem feuchtigkeitsaufnehmenden Dreck in den Ecken kann es zu Rostschäden kommen. Hier Drahtbürste und Spachtel einzusetzen ist nicht mehr zeitgemäß und noch weniger effektiv.

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Das bereits seit einigen Jahren in der Oldtimerrestaurierung bewährte Trockeneisstrahlen, ein Druckluftstrahlverfahren mit festem Kohlenstoffdioxid, hilft hier eine schonende Reinigung vorzunehmen. Die ehemalige Unterbodenschutzschicht, die als solche das Fahrzeug nicht mehr schützt, sondern das Gegenteil bewirkt, wird mit dem Strahlgut versprödet, platzt ab, und das Trockeneis verdampft bei diesem Vorgang rückstandslos.

Fachbetrieb u.a. auf diesem Gebiet ist die Fa. Ralf Humberg  Humberg_logo  im münsterländischen Nottuln.

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Die Über-Kopf-Arbeit ist anstrengend und nicht ohne Gehörschutz zu erledigen. Oben links im Bild der Vorrat der Eispellets und das Strahlgerät, rechtes Bild Schutzausrüstung und Strahlkanone. Und natürlich der Fachmann, der die Arbeit durchführt!

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Allerdings kann es vorkommen, dass die mittlerweile hart gewordene Ummantelung der alten Kabelbäume leiden kann (Bild o. links), oder z.B. Heizrohrdämmung (Bild o. rechts). Bremsleitungen oder auch die Gelenkgummi überstehen i.d.R. die Prozedur – die Vorteile überwiegen!

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Ist der Unterboden sauber, bin ich wieder dran. Erneut verladen und abholen. Jetzt kommt eine Rostumwandlung zum Einsatz, die schon angegriffenen Stellen müssen behandelt werden. Ich verwende hierzu BRUNOX. Der Vorteil bei diesem Produkt ist: nach der Rostwandlung muss nicht nachbehandel – oder beispielsweise mit Wasser abgewaschen werden. Es bildet sich gleich eine Grundierungsschicht, auf die ggf. aufgebaut werden kann.

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Der Bulli wird nochmals aufgehängt, so kommt man gut an die  Wirkungsstätte für die Chemie.

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Das Ergebnis ist gut. Ggf. jetzt noch Steinschlagschutz in den Radkästen aufbringen? Überlege ich mir noch …. der Rest soll aber so bleiben, um den Unterboden über die Zeit besser kontrollieren zu können, der Bulli wird ohnehin nur bei trockenem Wetter gefahren.

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Einige Reparaturen stehen jetzt noch auf dem Arbeitsplan ….

Update August 2017: zuerst wurden die Felgen neu lackiert und neue Pneus aufgezogen. Auf beiden Achsen habe ich die undichten Radbremszylinder ausgetauscht und neue Bremsflüssigkeit durchgepumpt. Die verrosteten Dämpfer der Hinterachse sind getauscht worden und das Lenkungsspiel konnte durch eine neue Schubstange verringert werden. Eine Probefahrt (noch ohne Stoßstangen) war fällig. Benötigte Ersatzteile kamen von „Dem_Raana_sein_VW-Shop„.

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dug the bug out

In diesen Tagen habe ich den Zustand des alten 1961er Herbie geprüft und ihn aus der Mottenkiste geholt, etwas gefahren und einige Service-Arbeiten durchgeführt.

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Wir hatten ihn Anfg. 2009 ohne die Kriegsbemalung gekauft, hier die alten Bilder:

  • Transport nach dem Kauf nach Hause,
  • anschl. Waschen und etwas Lackreinigung,
  • die Umrüstung begann mit breiteren Reifen und einem kalifornischen Kennzeichen.

Innen war der Wagen großartig, das konnte so bleiben. Alles war original, sauber und im besten Pflegezustand.

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Der Herbie-Look ist einfach, wer dem nacheifern will, sollte einen perlweißen (L87) Faltdachkäfer / Dickholmer / Exportstoßstange nehmen (61er – 63er Modelle sind authentisch). Für eine noch genauere Annäherung an die Herbie-Filme wäre die Ausrüstung mit einem kalifornischen black-plate richtig – siehe Film-Kennzeichen (hatten wir nicht zur Hand).

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Wo genau die Streifen mit welcher Breite und die 53-Rennnummern kleben müssen usw. konnte ich im Internet recherchieren (Herbie build page).

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Witzig war, an diesem Tag, wo wir ihn beklebt haben, hatten die Jungs zufällig T-Shirts in den Farben der Streifen angezogen – was für ein Zufall. Dem Vorbild aus den Walt-Disney-Studios ist unser Exemplar dann schon recht ähnlich geworden. Und schnell ging das optische Tuning auch.

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Dann Herbies erster Trick: er kann fliegen! Gut, wir haben den Motor getauscht, ein baugleicher Zwillings-1200er / 34 PS lag schon bereit. Der Originalmotor sollte einer Aufbereitung unterzogen werden, spätere Wiederverheiratung mit der Karosserie nicht ausgeschlossen. Aber, wie es so ist, der Herbie fuhr erst einmal und bis heute blieb es dabei.

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PS: für kleine Käferfans gibt es z.B. einen ferngesteuerten Herbie von Dickie-Spielzeug im Maßstab 1:24  (Art.Nr. 3089194).

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PPS: The Love Bug  Disney studio promo

Käferwerkstatt – lackieren & montieren

Der Lackierer ist fertig. Bei der Abrechnung war sein Zitat: „Käfer restaurieren ist die Höchststrafe, bei gleicher Arbeit kann man z.B. auch eine SL Pagode machen, die hat dann zumin. den Gegenwert“. Aber jetzt im Juli 2016 geht das Projekt weiter.

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Nach dem Transport gleich mal auf die Hebebühne und die Vorderachse gesäubert und anschl. abgeschmiert (4 Schmiernippel). Blinker- und Rücklichtgläser werden in der Spülmaschine wieder richtig sauber und sehen danach aus wie neu. Kotflügel, die für den Transport nur gesichert waren, werden mit schwarzen Kedern letzt verschraubt.

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Türmechanik, Scheiben und neue Dichtungen einbauen. In folgender Reihenfolge ist das Einsetzen der beweglichen Fenster erfolgreich:

  1. Scheibe inkl. Montagefassung von oben in die Tür einlassen (noch nicht anschrauben, Montageplatz notwendig),
  2. Schachtaußendichtung mit Chromrahmen einsetzen (5 Klips, nehmen später außerdem das Fensterband auf),
  3. Dreickeckfensterrahmen mit bereits eingesetzter Dichtung einstecken u. anschrauben,
  4. jetzt erst Schachtinnendichtung einklipsen,
  5. anschl. Fensterführungen/-band einsetzen, Dreieckfenster mit Achse von oben einstecken,
  6. zuletzt Fenster hoch in die neuen Dichtungen schieben, positionieren und mit der Kurbelmechanik verbinden (Montagefassung am Fenster wurde hier vorher ersetzt, war komplett verrostet), Deieckfenster am Schanierpunkt vernieteten.

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Räder hat er jetzt montiert bekommen, Stoßstangen, Licht etc. – also stand heute (26.07.2016) Boxertraining auf dem Plan. Nach 1 Jahr Stillstand wurde der Motor wieder startklar gemacht, hier mal ein Video dazu:

Alles einmal gereinigt, den obligatorischen Oelservice erledigt (inkl. Oelbad im Luftfilter neu).  Und so soll er jetzt bleiben, wenn man unter die Klappe guckt,  ein alltäglicher u. gewöhnlicher Käfermotor im serienmäßigen Zustand.

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Fortsetzungsgeschichte Teil  1   2


 

0 auf 100 – halbe Minute

Rennen gewinnt man mit dem Karmann Ghia nicht, aber immer den Schönheitswettbewerb!

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Im Heck steckt stets der stärkste Käfermotor. Ab Modelljahr 1966 sind das 40 PS aus 1300 ccm Hubraum. 128 km/h und ein verbessertes Drehmoment (gegenüber dem 1200er bis 1965) bleiben für die äußere Sportwagenerscheinung dennoch eher bescheidene Daten. Sekretärinnen-Ferrari oder andere Spitznamen bekommt der schöne VW, der bei der weiblichen Kundschaft gut ankommt. Romy Schneider ist wohl seinerzeit die prominenteste Besitzerin.

Der ’66er KG ist für die Kenner leicht zu identifizieren:

  • neuer Luftfilter (Anordnung rechts, hängend auf Konsole),
  • Traggelenke ersetzen die Bundbolzen-Vorderachse (jetzt nur noch vier Schmiernippel, also nahezu wartungsfrei),
  • Spur der Hinterachse leicht verbreitert.

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Das im Motorbild kl. Relais links oberhalb des Vergasers ist übringens nicht serienmäßig. Mit dem Relais werden die Kabel-Widerstandswege der 6-Volt Anlage für den Anlasser verkürzt – eine typische Verbesserung, die gern von den Werkstätten verbaut wurde.

Zu den optischen Retuschen des ’66er Jahrgangs gehört:

  • Heckschrift 1300
  • Neupositionierung des Rückspiegels mit sog. Sicherheitsgelenk („Schwanenhals“ auf dem Kotflügel passé),
  • Amaturenbrett nur 1966 mit der breiten Rillenchromleiste; Schalter für Scheibenwischer und Licht nach links versetzt neben den Tacho, Radio natürlich Zubehör (LW, MW, KW,  UKW),
  • PVC-Dachhimmel, Sonnenblende jetzt mit make-up-Spiegel.

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Oldtimer-Charme zeigt sich in der sog. Patina. Auch das seeblaue Fotomodell  hat reichlich davon. Der Zündschlüssel auf dem Tunnel wird nicht mehr viel gedreht, aber min. einmal im Jahr wird der Tank leergefahren, damit frisches Benzin eingefüllt werden kann.

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Platzangebot auch für Urlaubsfahrten im 2-sitzer Coupé ausreichend (tiefes Staufach hinter der umgeklappten Notsitzbank, vergleichsweise wenig Patz unter der Haube).

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Bei der letzten Tour lief hinten die Bremse heiß, aber das läßt sich schnell beheben (dazu muss das Rad noch nicht einmal demontiert werden, Rändelschraube der Trommelbremse einstellen mit einem Schraubendreher).

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Rückblick bzw. Fazit einer Probefahrt: für die typischen Oldtimerveranstaltungen (Ausflugs- u. Kaffeefahrten über Nebenstrecken) ist der KG bestens geeignet, alle Oldies mit großen Motoren sind hier zumeist ohnehin maßlos unterfordert. Er hat hohen Sympatiewert und darf zurecht als Meilenstein deutscher Automobilgeschichte bezeichnet werden. Ist die Vorstellung vorbei, kann man noch ein wenig die Programmheftchen lesen. Bis zur nächsten Ausfahrt – bei mir vielleicht erst im nächsten Jahr 🙂

Denn, wie schon gesagt, schnell geht beim Karmann-Ghia aus den 60ern ohnehin nix.

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Karmanns Erbe

Mondäne Volkswagen kamen aus Osnabrück.

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Das Karmann-Werk ist 2009 von VW übernommen worden. Auf dem traditionsreichen Werksgelände im Stadtteil OS-Fledder ist Halle 14 für Automobilgeschichte bestimmt.

Die Käferplattform war Basis für viele Karosseriebauer. So wollte auch Wilhelm Karmann Anfang der 50er seine Ideen umsetzen. Mit dem befreundeten Luigi Segre (Inh. der Carrozzeria Ghia in Turin) wurde ein Prototyp gebaut. Das geschlossene Coupé überzeugte auch VW-Generaldirektor Nordhoff, der Aufstieg als Auftragsfertigung für VW begann.

Das 1953er-Modell mit Besatzungskennzeichen BN für Britisch-Niedersachsen.

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In der Sammlung findet man heute mehrere Fahrzeuge aus dem Werk Karmann-Ghia do Basil, vor den Toren der Industriemetropole Sao Paulos:

  • KG-Typ 14 Cabriolet, in einigen Details von der dt. Produktion abweichend (ungefüttertes Verdeck, Rückleuchten, Türgriffe, Lampen, …1500ccm, 44PS). In Basilien nur 177 Einheiten als Cabriolet gefertigt worden.
  • Heckklappen-Fließheckcoupé TC 145 (1600ccm, 64 PS), 1970.
  • SP2 auf Typ 3 Plattform (auf 1700 ccm vergrößerter 4-Zyl., 149 km/h), 1972 , Haifischmaul vom späteren VW 412 in D. übernommen.

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In Deutschland wurde der KG Typ 14 (Serienproduktion ab 1955 auf Käferbasis) länger produziert als sein großer Bruder KG Typ 34. Das gelbe Coupé ist das letzte Auto aus 1974. Von 1961-69 lief parallel die Produktion auf Typ 3-Basis, von dem man sich mehr Erfolg erhofft hatte (insges. nur 42.500 große KG-Coupé gebaut). Cabriolet- und Fließheckvarianten vom Tp 34 blieben Prototypen.

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Dann steht Karmann natürlich für das VW Käfer-Cabriolet. 1952, nur 3 jahre nach dem Serienproduktionsstart des VW 1200 Typ 1 (Käfer) aus Wolfsburg, begann die Produktion des 4-sitzigen Cabriolets bei Karmann. Bis 1980 dauerte die Produktion des erfolgreichsten Cabriolets der Automobilgeschichte an. Neben dem Karmann-Cabrio steht auch eine Hebmüller-Karosserie in der Ahnenreihe. Nach erfolgreichem Serienanlauf brannte 1949 die Fertigungshalle bei Hebmüller in Wuppertal-Barmen vollkommen aus. So entstanden nur 696 VW-Hebmüller von ursprünglich 2.000 geplanten Einheiten, letzte 12 Hebmüller-Wagen wurden bei Karmann mit noch vorhandenen Teilen gefertigt.

Bei VW verkaufte sich bereits 1974 der Golf gut, also plante man auch das Golf-Cabriolet. 1976 wurde dem VW-Vorstand ein Modell ohne den integrierten Überrollbügel vorgestellt. Für die Serienfertigung erhielt aber die Version mit Bügel den Zuschlag.

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Das Westfalia-Werk in Rheda-Wiedenbrück baute für die Dt. Bundespost ein Hochdachkombi (VW-Fridolin) aus einem Teilemix vorhandener Komponeten. Das Chassis lieferte Karmann.

Nicht nur VW arbeitete mit Karmann zusammen, viele namhafte Autohersteller vergaben Aufträge nach Osnabrück. Aus dieser Zeit zeugen viele Designstudien und Prototypenfertigungen, teilw. mit unterschiedlichen Details an den Seitenlinien rechts und links, z.B. Lufteinlässe oder Türgriffe:

  • 1962, Typ 1 Designstudie.
  • 1965, Typ 1 Designstudie (Giorgetto Giugiaro) mit den verschiedenen Seitenteilen.
  • 1973, Pik-As Designstudie (Baisis Audi 80).
  • DKW-Meisterklasse (Zweitakter, 23 PS), 1952 für 9.100 DM 5.010 verkaufte Exemplare.

In Halle 14 liegt der Schwerpunkt vornehmlich auf VW-Konzernmodellen.

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Karmann-Kunde Porsche: u.a. wurden die Karosserien des 912 bis Ende 1969 bei Karmann gebaut. Alle 4-Zyl.-Modelle des 914 wurden vollständig in OS gefertigt, die 914-6 (mit Porsche 911T-Motor) wurden in Stuttgart kompettiert.

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Leider ist die Schau an der Karmannstr. 1 in Osnabrück nicht öffentlich, noch weniger öffentlich sind Keller und 1. Etage, wo die Sammlung teilw. ihren Platz findet. Wir durften schauen, in der erweiterten Unterbringung aber nicht fotografieren.

Wenn sich die Gelegenheit bietet diese Sammlung zu sehen, eilen Sie, es lohnt sich!

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