Landlust – ein Oldtimersonntag

Wie, Du bist hier! Wie bist Du hier?

Ist das wieder voll! Ich parke da ganz hinten.

So fangen Gespräche an. In Rosendahl-Darfeld ist wieder Oldtimer-Treffen. Du siehst Leute, …. die willst du vielleicht nicht sehen. Du siehst Autos, …. die willst du auch nicht sehen. Es regnet heute Morgen, daher wohl der Stimmungsblues.

Auf zu den Voss-Garagen! (Foto aus den vielen Modell-Vitrinen im Autohaus Voss)

BMW 325i E30 Gr. A 1986, DTM-Teilnehmer Olaf Manthey.

15.04. gegen 11:30 Uhr. Doch noch Sonne – Sonntag – Oldtimerparty. Autohaus Voss läd ein zum Saisonauftakt.  Ja, wir haben Lust, wir fahren hin. In der Einladung steht u.a. was von DTM-Wagen – die lassen sich immer was einfallen!

Einsteigen, Dabeisein und nächste Fahrt rückwärts …

Oldtimerbesitzer zeigt gefällige Heckpartie am Capri.

… schiebt dich der Einweiser per Handzeichen in eine freie Lücke auf dem Acker. Spät dran, aber endlich da. Neben unserem Oldie parkt ein Cadillac-Eldorado aus den späten 60ern. Nur mit den Augen berühren steht da an der Autoscheibe. Bohhh, so große Augen habe ich gar nicht.

Fiat 850 Limausine (1964-68). Kofferraum vorn, Tank und Motor hinten. Plattform für viele weitere Karosserievarianten: Coupé, Spider, Kastenwagen.

Aber schon großen Hunger. Arvid begleitet mich u.a. auch deshalb, weil ich ihm eine Manta-Platte versprochen habe. Das muss ich jetzt einlösen, ich nehme eine Bratwurst an der angesteuerten Bude. In der Schlange der Hungrigen wartend werden wir angesprochen, alles ist so familiär hier. Wenn ich jetzt noch den Namen behalten hätte von meinem spontanen Gesprächspartner, er weiß noch meinen, wir kennen uns von verschiedenen Treffen. Blöde (ich meine mich)! Aber ich habe behalten, er restauriert ein Mercedes-Ponton und erzählt mir sogleich seinen Arbeitsfortschritt.

Zwischenzeitlich lange gewartet auf das  f a s t f o o d

Renault-Frégate aus den 50ern – obere Mittelklasse mit 3-Gang-Halbautomatik (Transfluide – die Gänge werden über einen Hebel am Lenkrad gewechselt, worauf die Kupplung elektromagnetisch ausrückt). Super-selten!

Mercedes habe ich nicht mehr erzähle ich ihm. Nicht meine Marke. Oh peinlich, ich versuche alles zu relativieren mit: Ja, so ein Ponton in schwarz ist schön, könnte man ein Taxi-Schild drauf machen. Wieder ungeschickt formuliert. Mein Gegenüber ist unbeeindruckt und geht sogleich über in die Details seiner momentanen Probleme mit der Mercedes-Achseinstellung: Sturz, Vorlauf, Nachlauf, Radgewichte. Arvid hat seine Pommes und die Currywurst schon gegessen. Ich nicke und nicke bei einer mir bekannten Thematik und vergesse dabei abzubeißen.

Buick, Opel – was jetzt? Ernsthaft: Beim Buick Opel handelte es sich um die US-Exportversion des Isuzu Gemini, der zur weitverzweigten GM-Modellfamilie gehörte. Damit war der Buick Opel (1976-79) unter anderem mit dem Opel Kadett C und der Chevrolet Chevette verwandt.

23-Fenster-Bus mit großem Faltschiebedach – „Samba“.

Da tippt mich ein anderer Bekannter an und zieht mich zu seinen buddies rüber, aus dem Mercedes-Gespräch bin ich vorerst erlöst. Das Gespräch welchselt zu Sportwagen. Hast du den 912-Soft-Targa schon gesehen? Hast du das S-Modell noch? Der Spyder ist doch nicht echt hier? War das ab Werk ….? Ich antworte abwechselnd mit ja und nein auf die geschlossenen Fragen. So werde ich mit der Bratwurst fertig. Nach der Wurst kann ich in ganzen Sätzen sprechen und das Gespräch ist jetzt kurzweilig – für mich. Nicht für Arvid, er hat vermutlich alles schon einmal gehört, ist satt und sogleich weg. Er hat einen Kumpel getroffen. Mal sehen, wie er zurückfährt, vermutlich organisiert er sich was. Ich sehe noch eine WhatsApp-Nachricht von ihm auf dem Handy. Ach ja – Handy! Fotos will ich doch heute noch machen.

Alles so schön bunt hier – habe ich wirklich nur Amerikaner fotografiert?

Edzel – bei Ford das Synonym für Katastrophe. Insges. nur 110 Tsd. Einheiten und nicht einmal 3 Jahre gebaut (1957-60). Die Amerikaner mochten Fords neue Mittelklasse nicht. Pferdehalfter oder gar weibliche Geschlechtsmerkmale wurden mit der Formensprache der Front assoziiert. In den Büchern der Firmengeschichte als große Abschreibung geführt.

Der Station Wagon (Villager) bietet seinem Besitzer nicht nur immer einen Platz an – er ist heute ein seltener Sammlerwagen. V8 mit 303 PS und 5.916 ccm. Preis 1959 ca. $ 3.500 – das waren zu der Zeit ca. DM 15.000.

Bei den interessanten Details habe ich vergessen den ganzen Chevrolet Apache ins Bild zu nehmen.

Die Lunte ist kurz in Texas.

Der Funktion der faltbaren Hardtop-Dachmechanik eines Ford Galaxie Skyliner (1959) zuzuschauen ist ein Erlebnis. Um die aufwendige Konstruktion zu steuern sind 10 Relais, 11 Sensoren und 7 Elektromotoren im Einsatz. Fahren wird zur Nebensache. Das verbleibende Kofferraumvolumen bei geöffnetem, versenktem Dach – die Blechkiste in der Mitte.

Chevrolet El Camino – eine Karosserieform, die in Europa nie angekommen ist. Schade eigentlich. Hier die 3. Generation (1968-72) der Idee aus einem leistungsstarken PKW ein leichtes Nutzfahrzeug abzuleiten. SS steht für Super-Sport und bedeutet V8 mit 7,5 Ltr. Hubraum, 456 PS und 678 Nm Drehmoment (wie auch in der Chevelle SS).

 

Ein gelungener Sonntagnachmittag. Danke ans Voss-Team. Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna?

 

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