Archiv der Kategorie: sonstige Porsche

6 Beiträge:
– Techno Classica 2019 – Messe-Highlight – 50 Jahre 914
– 4-Zylinder Mittelmotorstory – hast Du Bock auf ein Fotoshooting?
– Porsche 550
– Porsche mit Haken
– 914 Spurstangen
– 924 – neue deutsche Welle

Techno Classica 2019 – Messe-Highlight – 50 Jahre 914

50 Jahre Porsche 914 – da habe ich in diesem Jahr auch ein Glanzstück am Porsche-Stand in Essen erwartet! Aus dem Museum in Stuttgart mitgebracht war der 914 006 bzw. 914/8 oder auch 914 S, der in Zell am See zum 60. Geburtstag an Ferry Porsche ausgeliefert wurde.

„Ich kaufe nie ein Auto – ich warte immer auf einen runden Geburtstag, dann bekomme ich einen Wagen geschenkt.“

Ferry Porsche
Messebeschriftung [914 S]
Messebeschriftung [914 S]

Der 3-Liter-Achtzylinder-Motor im Geburtstags-Auto gehörte eigentlich in den 908/3-Spyder-Rennwagen bzw. Sport-Prototyp der Gruppe 6, den Porsche 1968 für die Sportwagen-Weltmeisterschaft konstruierte. Wer jetzt denkt, der Neffe wollte dem Onkel eine große Freude machen, hat vermutlich recht. Aber Piëch, damals auch Verantwortlicher für die Rennaktivitäten bei Porsche, hatte ebenso einen Coup gelandet. Die Konstruktion 914 war für einen 3-Liter-Rennmotor geeignet, was zu beweisen war. Parallel zur Spezialanfertigung für den Onkel hatte Ferdinand Piëch ebenso ein 8-Zylinder-Versuchsfahrzeug mit 300 PS und sagenhaften 8.200 U/min. bauen lassen. Aus dem Porsche-Einsteiger-Modell konnte man also einen Renn-Boliden machen. Auf diese Erkenntnis gestützt, entstanden im Anschluss die sog. 6-Zylinder-914-Werks-GT (ein weiterer Prototyp 180 PS und 10 GT-Wagen mit 190 bzw. 210 PS).

Wer kein Porsche war und auch gerade nicht Geburtstag hatte, durfte sich ab 1969 den Mittelmotorwagen in der leistungsstärksten 6-Zylinder-Variante (serienm. 110 PS) bestellen. Immerhin war der 911-T-Motor im 914 mit 19.980 DM zu berappen – kein Einsteiger-Preis mehr.

Normalos, 914-Kunden ohne Rennambitionen fuhren ohnehin die 1,7 Liter-Vierzylinder-Wagen (80 PS), die 1969 zum Preis von 12.560 DM an den Start gingen.

Privat-Rennfahrer nutzten aber die Chance aus dem 916/6 durch Eigenumbau einen GT zu schmieden. In Stuttgart konnten überdies auf Kundenwunsch fertige 914/6 mit Abstimmung auf Rallye oder Rundstrecke erworben werden – sog. 914/6 R. Diese Rennversionen waren für knapp unter 50.000 DM zu haben. Vermutlich dem Preis geschuldet wurden die Umbau-Kits, u.a. auch von Porsche angeboten, häufiger nachgefragt. Ca. 400 offizielle Sport-Kits wurden von Porsche ausgeliefert.

Die „echten“ Werks-GT-Modelle wurden nie an Kunden verkauft.


weitere Messebilder unter:
https://www.youtube.com/watch?v=l9GsPU6BqJY

4-Zylinder Mittelmotorstory – hast Du Bock auf ein Fotoshooting?

Anruf vom Delius Klasing Verlag, Thorsten Elbrigmann meldete sich vor 14 Tagen bei mir: „Wir machen zu 50 Jahre Porsche 914 eine Story im neuen Heft von Porsche Klassik. Hast Du den grünen 914 noch? Dürfen wir kommen? Hast Du Zeit?“ Allerdings, korrekt erzählt, wir waren am Telefon zunächst noch beim Sie.

Zeit habe ich (nie), andererseits muss man mich für derartige Aktionen mit Porsche-Fahrzeugen nicht lange überreden! Termin gebongt! Gestern war das Team von Porsche Klassik (Redaktion in Bielefeld) da. Einen 2019er Cayman 718 T hatten sie dabei – das handgeschaltete Modell für die Puristen. In der geplanten Story geht es um den Vergleich der Fahrzeuge: 718-neu vs. 914-alt. In diesem Fall war der 718 ein ganz neues Porsche-Promo-Auto aus Stuttgart, das der Redaktion zur Verfügung gestellt wurde. Einen 914 konnte das Porsche-Museum nicht beisteuern, der hatte schon eine andere Buchung. Und der zweite 914-Museumswagen musste als Präsenz in Stuttgart bleiben.

Bielefeld – Horstmar ist zudem noch die kürzere Entfernung für ein 1-Tages-Fotoshooting. Also hatte der grüne 914 2.0 aus dem Münsterland gestern das Mandat für eine professionelle, digitale Ablichtung.

Was haben wir gemacht? AUTOS GESCHOBEN, den ganzen Tag! Den 914 und den 718 ins Bild gerückt und alle anderen Autos in der Halle aus dem Bild herausgerollt. Regie hatte Thorsten II, der Fotograph. Thorsten I, Wolfgang (auch Redaktion) und ich durften gestern die große Auto-Schiebe-Urkunde machen. Wir waren guter Stimmung, trotz der angespannter Wetterlage draußen. In der Halle hatten wir den Schutz und die Ruhe. Allerdings mussten wir die unersättlichen Schiebeaufträge von Thorsten II erdulden. 🙂

O H N E S T A T I V K N I P S T D U N U R (Autor unbekannt)

Jetzt freue ich mich schon auf eine gute Story und die professionellen Fotos! Bisweilen sind hier meine geknipsten Handy-Fotos im Bild.

 

Porsche 550



Zum Jahresende schaut man gern zurück. Oder, wie ich, man sucht nach Fotos auf der Festplatte, um Weihnachten vielleicht Erinnerungen in einem persönlichen Album zu verschenken. Was man da so findet! Das lenkt vom ursprünglichen Gedanken ab. Ich bleibe bei Bildern aus 2009 hängen, Vater & Sohn in den USA.

Rückschau: Erste Station unserer Reise war Costa Mesa, CA. Wir besuchten European Collectibles.

Na, um was ging es wohl?

Bei European Collectibles in Costa Mesa – sind da etwa verpackte Spyder?

Nein, kein Spyder da. Nick will mir aber das blaue F-Modell verkaufen.

Ja klar, wir haben in Kalifornien nach Porsche gesucht. U.a. haben wir Ausschau gehalten nach einem 550 Spyder. Nein, nicht nach einem Original-Fahrzeug, der originale James-Dean-Spyder war auch schon seit 1955 min. 17 mal verkauft worden, wenn man den schwunghaften Teilehandel aus dem Unfallwagen seit dieser Zeit einmal aufaddiert (so sagt man, beispielsweise Motorvision 2010 / Vintage-Vorstellung  550 Spyder). Wir guckten nach einer Replika. Feiner ausgedrückt, wir suchten nach einer dem Original ähnlichen Re-Creation. Ab $ 30.000 geht es da los. Genau, für den Nachbau dieser Autoikone! Über die (Un)summen, die für einen Original-Wagen aufgebracht werden müßten, wenn mal ein Spyder am Markt wäre, möchte ich hier nicht spekulieren. Nur soviel dazu und mir bekannt: Beim Goodwood-Revival ist 2016 ein 550 Spyder RS für 4,6 Mio. Englische Pfund versteigert worden – Punkt

Nächste Station war Malibu: Automotive Legends.

Wir hatten keinen Termin, aber auch spontan gab es ein gutes Gespräch. Nach der Besichtigungstour bekamen wir eine DVD mit auf den Weg, quasi die Werbescheibe von Automotive Legends. Ein kl. Ausschnitt daraus macht die Sache anschaulich wie gearbeitet wird und mit welcher Passion die Spyder hier gebaut werden:

Weiter zu Stuttgart-Spyder in Long Beach.

Probesitzen war hier schon mal angesagt. Ab jetzt waren wir ausgerüstet mit Katalog und aktueller Preisliste – von Stuttgart-Spyder. Vom Pre-assembled-Body-Package, über das Roller-Package bis hin zum Turn-Key-Car war alles möglich.

Jurek passte gut in den Spyder. Bei mir sah es albern aus, ich schaute hoch mit dem Kopf heraus.
 

„Nimm einen alten VW-Motor. Die Fahrzeug-Identität können wir auch aus einem alten Käfer nehmen. Damit ist die Zulassung in Germany dann einfach.“ So in etwa war fast immer der Rat, wenn wir in den Gesprächen auf das Zulassungsthema kamen. Ich hatte dann immer im Kopf: „Könnte klappen, könnte klappen, …. mit der Hauptlenzpumpe in die Regelzellen, …. kriegen wir hin.“ Aber diese cineastische Synapse meinem Gesprächspartner zu erklären hätte gewiss bei meiner Übersetzungskunst ins Englische eine Grenze gefunden. Maul halten!

Das sind doch keine Schlachtkäfer – oder?

Tatsächlich standen viele alte Käfer um die Halle herum. Die Tunnelmittelteile (Blechteil unter der Käfersitzbank hinten) mit den Fahrgestellnummern waren griffbereit zur Aufnahme für einen Spyder-Gitterrohrrahmen.

Könnte klappen, könnte klappen, ….“

Ein ganzer Autotransporter voll mit Spydern wurde während unserer Besuchszeit bei Stuttgart-Spyder abgeholt, die Jungs waren gut beschäftigt.

Und schließlich zu weiteren 550er-Garagen rund um L.A.: Z.B. Vintage Spyder in Stanton war ein Anziehungspunkt.

Der Chef, mit dem wir verabredet waren, war nicht da. Kurze Zeit später, als ein Mitarbeiter nach ihm telefoniert hatte, rollte er mit seinem Pickup-Truck vor und klagte: „You Porsche-Guys are specific.“ Was wohl so viel bedeuten sollte wie: Ihr seit alle gleich (doof). Das Gespräch war aber anschließend sehr entspannt.

Wir durften hier erleben wie eine Spyder-Karosserie (Glasfaser mit Polyesterharz, GFK) aus der Backform befreit wurde. Der Bau bzw. das Backen der Roh-Karosserie passiert üblicherweise in Brasilien (z.B. bei Chamonix) und wird dann in dieser Form in die USA geliefert.

Die Gitterrohrrahmen für den Spyder, eine solide und dem Original nachempfundene Bauweise, werden Vorort gefertigt.

Für Käferleute gut zu erkennen: vorn die Achsaufnahme.
Fahrzeuge waren auch zur Wartung oder zum Umbau da.
Motor nach Wahl – ein luftgekühlter Typ 4 Motor wäre schon die richtige Maschine. Ein Carrera-Königswellenmotor (nach Original-Spec. mit 110 PS) wäre auch moglich, aber dann wohl mit Abstand die teuerste Variante im Replika-Spyder. 
Oelkühler verbauen (s. Bild o.) oder Ersatzrad mitführen, wie im Original?
Aluminiumboden. Und ein weiteres sehr schönes Detail: die kl. Rennscheibe ohne den störenden oberen Rahmen.
Dem Porsche-Mythos nach: Die Nummer der Konstruktionszeichnung bzw. die daraus abgeleitete Typenbezeichnung 550 soll angeblich auf das Wageneigengewicht der Coupé-Version zurückzuführen sein – wer’s glaubt.

Resümee der Reise:

Superschöne Autos, man kann leicht schwach werden. Und wir hatten eine tolle Zeit in Kalifornien. Aber die letzte Überzeugung für die 550er-Replikafahrzeuge fehlte, nicht zuletzt einer voraussichtlichen Zulassungsproblematik in Deutschland geschuldet (Tüv-Vollabnahme, ggf. Einzelbetriebserlaubnis EBE, einzuhaltende Emissionswerte, wenn die Replica als Nicht-Oldtimer eingestuft wird, usw….?). Die Sache muss man anders angehen….



Aber! Wir haben Ostern 2009 dann doch noch einen Mittelmotor-Porsche auf unserer Reise gekauft – einen 914. Und das ist eine andere Geschichte.


Porsche mit Haken

Gespräch unter Freunden: Hat ein Porsche nicht immer einen Haken? Was meinst Du? Naja, teuer und so …. Wie und so? Gibt es etwa preiswerte Porsche? Ja klar, die mit Haken.

Quelle Bidausschnitt: Porsche

Es gibt Gelegenheiten, da muss man etwas ziehen: Pferde, Yachten, Flugzeuge, …. jeder hat Hobbies.

Bei mir sind es andere Autos – also Oldtimer. Mal müssen sie zum Lackierer, mal wird ihnen eine Anreise zur Veranstaltung auf fremder Achse erleichtert, es fehlt gerade die Zulassung usw. Für solche Zwecke sind Sport-Utility-Vehicle (SUV) gemacht. Sport?

1968er-Volkswagen 1300 auf dem Weg zum Autosattler

Sport treiben? Genau! Eine belastbare, stimmige Begründung für solch ein Auto!

Ab zum Gebrauchtwagenkauf: Mein vor einem Jahr (2017) erstandener Renntransporter hatte sich nach 10 Jahren und 51.000 km Gesamtlaufleistung auf fast 1/4 der ursprünglichen Kaufsumme/Neupreis reduziert. Erstbesitz war Porsche selber, das Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach.

Porsche Cayenne 3.6 der 1. Generation (Faceliftmodell 2007), eingetragene max. gebrem. Anhängelast 3,5 Tonnen.

3,6 Liter VR6-Benziner mit 290 PS aus dem VW-Regal.

Fa(hr)zit nach 1 Jahr als Zugmaschine:

   Gesamtes Fahrzeug überzeugt auch nach 10 Jahren mit guter Qualität. Mir ausreichender Fahrspaß in dieser Autoklasse – agil, angenehmer Motorsound beim Beschleunigen und eine Sport-Taste für das Getriebe erfreut Herz und Spieltrieb. Wohlfühlen aktivieren im gut verarbeiteten Innenraum auf voll-elektrischen Ledersitzen mit Wirbelsäulendomestik (Lordosenstütze) ist seine Paradedisziplin. Außerdem, auch wichtig, es gab bisher keine Reparaturen und den Oelwechsel kann man beispielsweise noch selber erledigen.

  Ein vergleichsweise niedriger Kaufpreis für viel Auto, zum Cayenne-Neuwagen allemal. Die alten Modelle der SUVs fallen stark im Preis – auch die Porsche! Den Gegenwert, den man beim Kauf eines 10 Jahre alten Autos erhält, ist solide. Motor, Kraftübertragung, Karosserie, Fahrwerk – alles gut, kein Schwächeln bei meiner 2,23 Tonnen-Fuhre. HU (Tüv) wurde zwischenzeitlich problemlos absolviert.

   Automatikgetriebe, Allrad und ein kurzer Überhang von der Hinterachse zur Anhängerkupplung überzeugen beim Einsatz vor dem Autotrailer. Die serienmäßige, zuschaltbare Getriebuntersetzung, ein echtes Geländewagenzubehör, ist im alten Cayenne ein noch gebliebener, technischer Pluspunkt ggü. der aktuellen 3. Generation, wo diese Funktion aus Gewichtsgründen eingespart ist.

  Für mich ist der Cayenne kein Alltagsbegleiter geworden – zu groß, zu schwer, zu viel CO2-Ausstoß (310 g/km), um damit Brötchen zu holen. Als Schlepper und Lastenesel ist das SUV richtig eingesetzt.

   Erwartet hoher Spritverbrauch als Benziner. Ab 12 Litern Superplus auf 100 km (mit Anhänger mehr) darf man kalkulieren. Kraft braucht Kraftstoff!

   Cockpitbedienfunktionen natürlich etwas in die Jahre gekommen. Beispiel: das Porsche-Communication-Management (Audio, Navi und so) hat eine angestaubte Anmutung nach 10 Jahren Fortschritt auf diesem Gebiet. Wen wunderts?

Bedienung quasi analog

Wenn es sein muss – Anhängerkupplung abnehmbar

Standard 19 Zoll Räder

914 – Spurstangen

Meinen Porsche 914 2.0 habe ich jetzt seit Frühjahr 2009.

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Vergangenen Samstag sollte er frisches Oel bekommen – hat er auch! Obligatorisch ist bei dieser Gelegenheit die Inspektion des Unterbodens, der Bremse, der Gelenke usw. Die Spurstangenköpfe waren auffällig, die Gelenkmanschetten waren gerissen, undicht. Keine große Sache, aber bei der Ersatzteilrecherche für den 1974er Porsche 914 2.0 (100 PS) war kein passendes Ersatzteil zu finden, die Serienköpfe haben Außengewinde, das Gegenteil (Köpfe mit Innengewinde) war bei meinem Auto verbaut. Klar, es muss der Umbau auf Turbo-Spurstangen sein, so wie er z.B. im Buch 101 Projects for Your Porsche 911 (in meiner Auflage Projekt Nr. 59 auf der Seite 151) beschrieben ist, ein nicht unüblicher Umbau mit geänderter, robusterer Konstruktion für straffes und sicheres Lenkverhalten bezogen auf die alterungs- und nutzungsbedingten Einflüsse. One of the most popular upgrades, wie in der englischen Lit. zu lesen ist.

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Nach dem Entfernen der Faltenbälge der Lenkung am Unterwagen konnte ich den Umbau auf Turbospurstangen an den massiven Kugelgelenken eindeutig verifizieren, im Serienbau sind gabelartige Konstruktionen verwendet (beim 914 und beim 911). Nach nunmehr acht Besitzerjahren ein bis dahin verborgenes Extra. 🙂

Das Lösen der Köpfe in den konischen Rad- bzw. Federbeinanschlüssen gelingt mir immer gut mit einem Abzieher. Und wenn es ganz dicke kommt, zusätzlich mit etwas Wärmeeinsatz.

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Die gezogenen alten Köpfe noch einmal auf die Werkbank gelegt, die gerissenen Manschetten sind gut zu erkennen – erst gar nicht aufheben – Schrott!

Bei der Ersatzteilversorung habe ich das gesamte Umbaukit von Mittelmotor in Bochum für EUR 99,- gewählt (Faltenbälge, Sprurstangen, Spurstangenköpfe rechts/links), billiger als die Turbospurstangenköpfe einzeln?!? Die Maße des Konus haben wir noch einmal mit der Schieblehre ggü. dem Altteil verglichen – passt. Qualität soll auch stimmen (nach Aussage von Mittelmotor) – passt, passt. Zuhause dann der Einbau und fast fertig.

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Auch wenn ich mir Mühe gegeben habe bei der Herstellung der alten Achsgeometrie (ursprüngliche Spurstangenlänge annähernd wieder einstellen), eine anschließende Spurvermessung ist fällig. Ab zur Autowerkstatt Feemers, Meßgerätschaft zur Achsvermessung halte ich nicht vor.

Lenkrad steht wieder gerade, ebenso ist der Geradeauslauf mit etwas Vorspureinstellung der Vorderachse wieder i.O.

 

Für die 914-Fans hier noch etwas Bonusmaterial:

  • neue Bilder vom 914

Die Aufnahmen entstanden am 17.November 2017 auf dem Parkplatz der Brennerei Sasse in Schöppingen.

  • Video IAA 1969 – Vorstellung 914 (im Vorspann Joachim Cadenbach, Fritz B. Busch und Hannelore Werner).


  • und noch Bilder vom gelben 914 1.7, den ich 2013 verkauft habe. So gehen mir die Bilder selber nicht verloren.  🙂

924 – neue deutsche Welle

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Eine Karosserie, eine Linienführung die sich grundlegend von allen bis dahin gebauten Porsche-Sportwagen unterscheidet. Ein weiteres Novum bei Porsche im Jahr 1976: ein wassergekühlter Frontmotor, der heute noch in der Szene zur Diskussion Anlass gibt.
„Der Motor stammt ja aus einem Audi.“ So, oder so ähnlich hören es die 924-Fahrer nur zu oft. Aber genauer steht es u.a. in der Oldtimer-Markt von 2/2016, Besser Wissen mit Wolfgang Blaube. Der Motor EA 831 stammt eigentlich aus dem VW LT (Typ 28 oder großer Bulli) und ging da 1975 mit 75 PS in Serie. Ein Jahr später begann die Produktion des Porsche 924, wo der OHC-Motor jetzt leistungsgesteigerte 125 PS als Einspritzer mit Bosch K-Jetronic (Verdichtung 9,3:1) lieferte. Und erst danach, weitere 7 Monate später, kam der Audi 100 (Typ 43) mit ebenjenem 2 Liter-Motor auf den Markt (mit 115 PS). In der o.g. Klugscheißer-Rubrik  ist die Herkunft des Triebwerks noch präziser hergeleitet.

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Aber egal, meinen ersten indischroten 924 (4 alte Bilder s.o.) habe ich in bestem Erhaltungszustand 2009 verkauft – blöde!

 

Anfang 2017 habe ich wieder nach 924ern geguckt. Bei Rick Burgers in NL fand ich im Februar einen neuen 924 – einen Zwilling aus 1985 (letztes Produktionsjahr für den 924 2L 125 PS). Der Karosseriezustand war gut, die technische Überarbeitung war nach erster Beurteilung überschaubar, Turbo-Felgen waren dabei usw. Der Deal war perfekt, als er mir noch eine Pascha-Innenausstattung anbieten konnte (Schachbrett- oder Zielflaggen Porsche-Velour-Stoff, Artikelbezeichung Pascha).

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Dieser Porsche kam als Gebrauchtwagen 1994 in die Niederlande. Meine Exportpapiere von NL zurück nach Deutschland sind jetzt auf den 28.02.2017 datiert, da habe ich ihn abgeholt.

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Zuhause angekommen, konnte ich die aufgerissenen Sitze gleich dem Sattler geben. Er konnte alles in Ordnung bringen, neue Texledereinfassungen auf den Sitzflächen waren fällig, der originale Pascha-Stoff in hellgrau/schwarz ist für die Festigkeit neu hinternäht worden.

Aber bei einem Porsche mit Standschäden geht es mit den Reparaturen weiter. Die Schwächen waren bereits beim Kauf offensichtlich und so stand noch einiges auf dem Arbeitsplan. Für den Fahrspass muss die Technik an allererster Stelle tadellos funktionieren, weitere Schönheitsreparaturen sind erst einmal sekundär. D.h.:

      • Bremsanlage vorn komplett neu inkl. Bremssattelreparaturen, neue Bremsflüssigkeit,
      • Zahnriemen, Wasserpumpe, Spannrolle, Antriebsriemen erneuern,
      • Oel-, Luft- und Benzinfilterwechsel, Oelservice, …., Zündkerzen, ….

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  • Kühlerreparatur (Kühlernetz leckte, überholt vom Profi in Paderborn, Kühlerbau Klipstein),
  • Bosch-Warmlaufregler (keine Gasannahme beim Kaltstart möglich); ein revidiertes Ersatzteil sollte Abhilfe schaffen; doch das angeblich generalüberholte Ersatzteil von einem Anbieter aus HH war auch defekt; der ursprüngliche Regler wurde bei Auto Kösters in Horstmar überholt,
  • Bosch-Ersatzteil Zusatzluftschieber ausgetauscht, ein Gebrauchtteil von einem anderen Online-Anbieter funktionierte.

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Und seit gestern (3. Mai) ist er nach vermutlich vielen Jahren Standzeit wieder einsatzbereit. Probefahrt fällig! Der Motor hat einen guten Oeldruck und nimmt das Gas wieder problemlos an. Startverhalten im kalten und warmen Zustand gut, unauffällig. Das Getriebe singt minimal wenn er auf Touren kommt, aber kein zu behebendes Manko, nichts Beunruhigendes. Das Transaxle-Auto, mit dem Motor vorn, Getriebe hinten, dazwischen eine Welle mit Motordrehzahlen in einem starr verbundenen Tragrohr, ist agil, läßt sich problemlos durch alle Gänge schalten und zeigt Sportwagenqualitäten bei flotter Fahrt auf der kurvigen Landstraße. Bei den alten Dingern wird dieses Gefühl ja schon bei Geschwindigkeiten vermittelt, wo moderne Sportwagen schon lange den doppelten Tachowert erreicht haben.

Der Mief der letzten Jahre kommt jetzt aus allen Belüftungsdüsen, aber nach einigen Kilometern und durchgelüfteter Heizung legt sich das, einen Wunderbaum bekommt er nicht! Tatsächlich ist der 924 noch zu gebrauchen, das war im Februar noch nicht so klar, aber jetzt macht es wieder Spaß mit ihm zu fahren.

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Der Wegstreckenmesser zeigt jetzt km 21.190 (fünfstellige Anzeige), was vor der 2 steht – keine Ahnung. Ich habe ihm nach der Wiederinbetriebnahme ein neues/altes Serviceheft spendiert und eine erste Service-Eintragung im 2. Leben als automobiler Klassiker dokumentiert.

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Und hier noch ein link  www.werk924.com.  Gefunden bei meinen Recherchen zum Thema 924 – zu empfehlen.

PS: der mauritius-blaue 924 ist noch hinzugekommen, deshalb hat der rote Porsche 924 jetzt einen neuen Besitzer in Berlin gefunden.

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PPS: Münster-Classics 2018 – Zusammentreffen mit einem Landesbediensteten