Archiv der Kategorie: Event

8 Beiträge:
– 1. Mai – Käfer – Feiertag
– Die Mille 2018
– Landlust – ein Oldtimersonntag
– Retro Classics Cologne 2017
– PS-Speicher
– Magirus-Tag
– „Engländer rein, Möbel raus“….
– 8. Käfer-Wintertreffen in HF

1. Mai – Käfer – Feiertag

VW 1300
Typ 147 „Fridolin“

Hannover – hier treffen sie sich am 1. Mai die Leute mit den etwas anderen Autos. Heckmotorwagen, alle mit dem gleichen Konstruktionsprinzip im Maschinenraum: luftgekühlte 4_Zyl.-Boxermotoren atmen durch Luftgitter und -führungen und verbreiten dabei den so typischen ungekapselten Motorsound. Hätte man die Namen der Fahrzeuge nicht schon oft gehört, würde es wohl eher ungewöhnlich anmuten. Sie werden als Nasenbär, Käfer, Kübel, Bulli oder Fridolin bezeichnet – total schräg diese Necknamen. Auf den Motorklappen findet man hingegen nur die Hinweise 1200, 1300, 1500, 1600, 411/412 und vielleicht noch etwas Volkswagen-Alphabet: L, S, LS, TL.

T1-Bus „Hippie“
Käfer-Hinterachse tief, tiefer, …

Messeparkplatz Ost nimmt an diesem Tag circa 3.000 alte Volkswagen auf, eine eindrucksvolle Kulisse. Außerdem kümmern sich 150 Händler und auch Privatanbieter um den Ersatzteilnachschub unter freiem Himmel. Seit 1983 wird dieses Treffen organisiert. In diesem Jahr sind wieder 15.000 Besucher der Einladung gefolgt. Und es lohnt sich dabei zu sein! Man sieht seltene KdF- oder Kübelwagen, sehr gut restaurierte oder erhaltene Originalfahrzeuge – Cabriolet, Limousine, Coupé, Geländewagen, Transporter in Luxus-, Export- oder Stardardausführung. Aber, so war es schon immer in der Szene, noch mehr Wagen sind umfrisiert – getunt, mit Zubehör individualisiert oder für den Motorsport weiterentwickelt.

Typ 14 Karmann Ghia „lowlight“
Typ 82 „Kübelwagen“

Die Besitzer geben immer Auskunft zu ihren Fahrzeugen, jeder Wagen hat eine Geschichte. Und zu Recht werden die alten Autos heute als technisches Kulturgut bezeichnet. Das klingt gut, aber vor allem ist es ein mobiles Erbe aus vergangenen Jahrzehnten, das uns heute noch Fahrspass vermittelt und zu solch fabelhaften Szene-Treffen begleitet.

Blick ins Karmann-Cabriolet mit einem portablen Radiogerät im Armaturenbrett
Typ 3 Variant

Hier die Stimmung vom Tag in einem kleinen Video eingefangen:

Die Mille 2018

Alles schon einmal gelesen, aber dennoch…

Cisitalia 202 S MM Spider (1949)

Alfa Romeo Giulietta Sprint Bertone (1955)

Wenn die Polizia Municipale auffordert die jenseits der regulären Geschwindigkeit fahrenden Verkehrsteilnehmer in den Knatterkisten die Ortsdurchfahrt noch einmal schneller zu fahren,

Alfa Romeo Tipo B 2900 P3 (1932)

wenn die Trikolore von der Jet-Staffel in grün-weiß-rot in den Himmel gezeichnet wird, wenn an 4 Tagen Volksfeststimmung herrscht – dann tobt das spektakuläre Autokorso mit über 450 historischen Fahrzeugen die 1.000 Meilen durch Italien.

Die Mille Miglia (Mille), von 1927 bis 1957 ein irrwitziges Rennen von Brescia nach Rom und zurück, wurde 1955 von Stirling Moss im 300 SLR-Mercedes in einer Rekordfahrt von 10:17:48 h gefahren. Nur beiläufig erwähnt, das war u.a. auf Passstraßen und Schotterpisten mit Durchschnittskilometern von 157 pro Stunde!

Dagrada Giannini 750 Sport (1949) vor Lagonda M45 Rapide (1934)

Seit 1977, in der Auflage der Neuzeit, als Gleichmäßigkeitsfahrt veranstaltet, dürfen die Teilnehmer nach den erledigten Etappen ausruhen, wenn auch nur kurz. Ein Mille-Tag ist lang, anstrengend, Programm- und Sonderpunkte sind zu erledigen, MM-Fans gilt es am Straßenrand zurückzuwinken, das Gaspedal fliegen zu lassen …. und hoffentlich hält die Karre durch!

Porsche 356 A 1500 GS Carrera (1956)

Millionen fahren gegen Topolinos

Klar, man kann jedes Klischee bedienen, mitunter wird sehr kritisch über die 1.000-Miglia geschrieben (Veranstaltung für Millionäre usw.). Und in der Tat stehen Bugatti, Ferrari und Porsche-Spyder neben dem Fiat-Topolino, Simca oder Buckelsaab in der Startaufstellung. Als Beispiel: der letzte versteigerte, unrestaurierte 1956er Porsche 550 Spyder RS brachte dem Besitzer beim Goodwood Revival 4,6 Mio englische Pfund ein (Auktionshaus Bonhams, 2016).

Cockpit des Lancia Paganelli Aprilia Sport (1951)

Aber, solange diese Autolegenden nicht in Sammlungen verschwinden, der Welt nicht entzogen werden, ist alles gut! In der Mille tauchen sie dann auf, werden von Besitzern, Sponsoren und Menschen mit Autoverstand am Leben erhalten – gefahren, gefordert! Jeder, der will, kann sie dann sehen, hören, riechen. Und genau das wollen die Autofans doch!

Die immer im Mai in Italien veranstaltete Mille bietet dazu die beste Gelegenheit. Die Veranstalter behaupten: the most beautiful race in the word. Könnte stimmen!

Mercedes-Duell

Fast schon eine Nebensache – Sieger gibt es auch

Pressefoto (Quelle: MM)

Entscheidend für eine Platzierung ist es die Zeitkontrollen einzuhalten und möglichst genau die Druckschläuche an den Wertungsstellen zu überfahren. Könner schaffen das in Sekunden-Bruchteilgenauigkeit, wobei nicht 10tel-Genauigkeit gemeint ist, es geht um100stel. Untrainierte Teams oder Teilnehmer in Sponsorenfahrzeugen (z.B. die Promifahrer) haben dabei keine Chance.

Die Besten in dieser Kategorie und Gewinnerteam 2018 waren bzw. sind das argentinische Duo Juan Tonconogy und Barbara Ruffini auf einem Alfa Romeo 6C 1,5 ltr. Gran Sport Testa Fissa aus dem Jahr 1933, Categorie Super Sport, Start-Nummer 85.

Flügeltürer im Ziel

Wer an der Mille teilgenommen hat um zu genießen, zu erleben, hat auch alles richtig gemacht! Das Roadbook führte auch 2018 wieder durch wunderschöne Landschaften und zu besonderen Etappenzielen.

Aus meiner subjektiven Beobachtung sind die Campions 2018 auch:

  • Ton und Tineke (NL) auf Cisitalia 202 S MM Spider (1947). Ton für das eindruckvollste MM-Gesicht mit weißen Augenringen (wenn er die Rennbrille abnahm) im ansonsten mit Straßenstaub, Oelschmiere und Sonnenbräune gegerbten Gesicht am Passo delle Cisa.
  • Mario und Enrica (I) auf Maserati A6 GSC/53 Fantuzzi (1954). Mario ließ den Maserati gefordert und unaufgefordert immer wieder aufheulen – Soundsieger.
  • William und Ben (NL) auf Saab 93. Der Saab hatte die Panne schon 100m nach der Startflagge in der jubelnden Menge von Brescia am ersten Tag – Sieger der Herzen.

 

Videos aus meinen 6 Tagen in Italien

15.5.18, Vortag der Mille, Brixiaform, technische Abnahme der historischen Fahrzeuge:

16.05.18 Start in Brescia (ganz nah dran):

18.05.18 Etappe über den Passo della Cisa – Berganstieg/ -pass:

19.05.18 Rückkehr und Ziel in Bescia, Finale:

(Quelle: Musik in den Videos von cayzland.de)

 

Strecke und Etappen 2018

(Quelle: MM)

Landlust – ein Oldtimersonntag

Wie, Du bist hier! Wie bist Du hier?

Ist das wieder voll! Ich parke da ganz hinten.

So fangen Gespräche an. In Rosendahl-Darfeld ist wieder Oldtimer-Treffen. Du siehst Leute, …. die willst du vielleicht nicht sehen. Du siehst Autos, …. die willst du auch nicht sehen. Es regnet heute Morgen, daher wohl der Stimmungsblues.

Auf zu den Voss-Garagen! (Foto aus den vielen Modell-Vitrinen im Autohaus Voss)

BMW 325i E30 Gr. A 1986, DTM-Teilnehmer Olaf Manthey.

15.04. gegen 11:30 Uhr. Doch noch Sonne – Sonntag – Oldtimerparty. Autohaus Voss läd ein zum Saisonauftakt.  Ja, wir haben Lust, wir fahren hin. In der Einladung steht u.a. was von DTM-Wagen – die lassen sich immer was einfallen!

Einsteigen, Dabeisein und nächste Fahrt rückwärts …

Oldtimerbesitzer zeigt gefällige Heckpartie am Capri.

… schiebt dich der Einweiser per Handzeichen in eine freie Lücke auf dem Acker. Spät dran, aber endlich da. Neben unserem Oldie parkt ein Cadillac-Eldorado aus den späten 60ern. Nur mit den Augen berühren steht da an der Autoscheibe. Bohhh, so große Augen habe ich gar nicht.

Fiat 850 Limausine (1964-68). Kofferraum vorn, Tank und Motor hinten. Plattform für viele weitere Karosserievarianten: Coupé, Spider, Kastenwagen.

Aber schon großen Hunger. Arvid begleitet mich u.a. auch deshalb, weil ich ihm eine Manta-Platte versprochen habe. Das muss ich jetzt einlösen, ich nehme eine Bratwurst an der angesteuerten Bude. In der Schlange der Hungrigen wartend werden wir angesprochen, alles ist so familiär hier. Wenn ich jetzt noch den Namen behalten hätte von meinem spontanen Gesprächspartner, er weiß noch meinen, wir kennen uns von verschiedenen Treffen. Blöde (ich meine mich)! Aber ich habe behalten, er restauriert ein Mercedes-Ponton und erzählt mir sogleich seinen Arbeitsfortschritt.

Zwischenzeitlich lange gewartet auf das  f a s t f o o d

Renault-Frégate aus den 50ern – obere Mittelklasse mit 3-Gang-Halbautomatik (Transfluide – die Gänge werden über einen Hebel am Lenkrad gewechselt, worauf die Kupplung elektromagnetisch ausrückt). Super-selten!

Mercedes habe ich nicht mehr erzähle ich ihm. Nicht meine Marke. Oh peinlich, ich versuche alles zu relativieren mit: Ja, so ein Ponton in schwarz ist schön, könnte man ein Taxi-Schild drauf machen. Wieder ungeschickt formuliert. Mein Gegenüber ist unbeeindruckt und geht sogleich über in die Details seiner momentanen Probleme mit der Mercedes-Achseinstellung: Sturz, Vorlauf, Nachlauf, Radgewichte. Arvid hat seine Pommes und die Currywurst schon gegessen. Ich nicke und nicke bei einer mir bekannten Thematik und vergesse dabei abzubeißen.

Buick, Opel – was jetzt? Ernsthaft: Beim Buick Opel handelte es sich um die US-Exportversion des Isuzu Gemini, der zur weitverzweigten GM-Modellfamilie gehörte. Damit war der Buick Opel (1976-79) unter anderem mit dem Opel Kadett C und der Chevrolet Chevette verwandt.

23-Fenster-Bus mit großem Faltschiebedach – „Samba“.

Da tippt mich ein anderer Bekannter an und zieht mich zu seinen buddies rüber, aus dem Mercedes-Gespräch bin ich vorerst erlöst. Das Gespräch welchselt zu Sportwagen. Hast du den 912-Soft-Targa schon gesehen? Hast du das S-Modell noch? Der Spyder ist doch nicht echt hier? War das ab Werk ….? Ich antworte abwechselnd mit ja und nein auf die geschlossenen Fragen. So werde ich mit der Bratwurst fertig. Nach der Wurst kann ich in ganzen Sätzen sprechen und das Gespräch ist jetzt kurzweilig – für mich. Nicht für Arvid, er hat vermutlich alles schon einmal gehört, ist satt und sogleich weg. Er hat einen Kumpel getroffen. Mal sehen, wie er zurückfährt, vermutlich organisiert er sich was. Ich sehe noch eine WhatsApp-Nachricht von ihm auf dem Handy. Ach ja – Handy! Fotos will ich doch heute noch machen.

Alles so schön bunt hier – habe ich wirklich nur Amerikaner fotografiert?

Edzel – bei Ford das Synonym für Katastrophe. Insges. nur 110 Tsd. Einheiten und nicht einmal 3 Jahre gebaut (1957-60). Die Amerikaner mochten Fords neue Mittelklasse nicht. Pferdehalfter oder gar weibliche Geschlechtsmerkmale wurden mit der Formensprache der Front assoziiert. In den Büchern der Firmengeschichte als große Abschreibung geführt.

Der Station Wagon (Villager) bietet seinem Besitzer nicht nur immer einen Platz an – er ist heute ein seltener Sammlerwagen. V8 mit 303 PS und 5.916 ccm. Preis 1959 ca. $ 3.500 – das waren zu der Zeit ca. DM 15.000.

Bei den interessanten Details habe ich vergessen den ganzen Chevrolet Apache ins Bild zu nehmen.

Die Lunte ist kurz in Texas.

Der Funktion der faltbaren Hardtop-Dachmechanik eines Ford Galaxie Skyliner (1959) zuzuschauen ist ein Erlebnis. Um die aufwendige Konstruktion zu steuern sind 10 Relais, 11 Sensoren und 7 Elektromotoren im Einsatz. Fahren wird zur Nebensache. Das verbleibende Kofferraumvolumen bei geöffnetem, versenktem Dach – die Blechkiste in der Mitte.

Chevrolet El Camino – eine Karosserieform, die in Europa nie angekommen ist. Schade eigentlich. Hier die 3. Generation (1968-72) der Idee aus einem leistungsstarken PKW ein leichtes Nutzfahrzeug abzuleiten. SS steht für Super-Sport und bedeutet V8 mit 7,5 Ltr. Hubraum, 456 PS und 678 Nm Drehmoment (wie auch in der Chevelle SS).

 

Ein gelungener Sonntagnachmittag. Danke ans Voss-Team. Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna?

 

Retro Classics Cologne 2017

Preise stabil?

Wenn man von einer Messe kommt und unter Gleichgesinnten erzählt, dauert es nicht so lange, bis die Frage nach den Oldtimer-Preisen gestellet wird. Für die Retro Classics in Köln kann man das auf folgende einfache Formel bringen:

1 Mercedes 300 SL ~ 10 klassische Porsche 911 ~ 100 Jukeboxen der 50er (siehe Preisschild Jukebox)

Und was empfindet man nun als teuer? Alles! Der Verbrauchermarkt von Luxus- und Glücksgütern hat sich bei den Auto-Klassikern zu einem Anlegermarkt verschoben, zumindest bei den hochpreisigen Spielzeugen. Das ist einerseits zu bedauern, viele Oldies werden unerschwinglich für die Liebhaber, andererseits wächst und lebt eine ganze Branche davon.

Am Messetag, Samstag (25. Nov.) fand eine Versteigerung statt. Die Aufrufpreise aus dem Auktionskatalog waren z.B.:

  • BMW 320 (E30) Cabriolet von 1992 –  € 12.500
  • BMW 635 CSi von 1985 – € 10.500
  • Porsche 968 Cabriolet von 1995 – € 23.500
  • Porsche 911 Carrera 3.2 Cabriolet von 1987 – € 45.000
  • Porsche 911 S Targa 2.7 von 1975 – € 46.500
  • Porsche 911 T Counpé 2.2 von 1971 – € 65.000
  • Mercedes-Benz 350 SL Roadster von 1980 – € 18.500
  • Mercedes-Benz 250 SEb Coupé von 1968 – € 25.000
  • Jaguar E-Typ Series III V12 von 1972 – € 59.000
  • Austin-Healey 100-6 von 1958 – € 42.500
  • Ferrari 308 GTS von 1978 – € 99.000

Naja, es hielt sich alles in Grenzen. Ein Mercedes 300 SL-Flügeltürer oder Porsche Carrera RS 2.7 war auch nicht dabei!

Novum Cologne

Die Retro Classics fand erstmal in Köln (Retro Classics Cologne) statt. Am Standort Stuttgart gibt es bereits seit 2001 eine jährliche Auflage der Messe, die üblicherweise im März stattfindet. Aus Besuchersicht hat sich das in Köln m.E. gelohnt. Insbesondere hat der November wenig Frequenz im Oldtimer-Termin-Kalender, was für einen neuen Messe-Termin schon einmal gut gewählt ist. Das Angebot der Marken, die Mischung der Aussteller (Händler, Interessengemeinschaften & Clubs) und der regionale Bezug zu Köln als Autostadt ist gelungen präsentiert worden.

Hier meine Highlights vom Rundgang in einigen Bildern:

  • Rothmans-Rallye-Porsche, OSI-Ford 20m TS.

  • Messerschmitt-KR 200 (Kabinenroller unrestauriert), 356 Carrera 2 (Fuhrmannmotor) Cabriolet

  • VW-Karmann-Ghia Lowlight Coupé …. und die vielen kleinen Eindrücke.

 

 

Die Stimmung habe ich in 2 Videos eingefangen:

    • Ein Rundgang  (22 min.)

    • VW-Karmann-Ghia 34 Cabriolet …. ich hatte einen Schlüssel  (6,5 min.)

Von den Prototypen der Typ 34 Cabriolets soll es gut ein Dutzend gegeben haben. 1961 wurde das Auto bei der IAA in Frankfurt/M. vorgestellt. Die angedachte Serienfertigung kam jedoch nicht. Man kann die echten Wagen an der abgerundeten Seitenscheibe erkennen, Umbauten haben üblicherweise die eckigen Seitenscheiben aus dem Coupé-Modell. Das 2+2-sitzige Vollcabriolet wurde in Osnabrück noch unter der Leitung von Johannes Beeskow entwickelt, Beeskow auch bekannt aus der Berliner-Rometsch-Zeit Anfang der 50er.

Das obligatorische Erinnerungsbild (Georg Meiering, ich selber am Steuer) musste sein im VW Karmann Ghia Typ 34 Cabriolet von Volkswagen-Classic. Der erhaltene weiße Prototyp ist Teil der Karmann- und VW-Chronik, er gehört zu den Kronjuwelen.

 

PS-Speicher

Einbeck ist den Bierkennern bekannt – ist da mehr los? Ja, seit 2014 ist dort ein Automobil-/Motorrad-/Fahrrad-/ ….Museum eröffnet. Pinakothek für Oldtimerfans würde als Bezeichnung auch gerechtfertigt sein, da in der niedersächsischen Provinz so richtig geklotzt worden ist. Träger ist die Kulturstiftung Kornhaus, in dessen denkmalgeschütztem, sanierten Kornspeicher die Sammlung teilweise untergebracht ist.

„Die Geschichte der individuellen Mobilität auf Rädern“, so heißt es offiziell. Die Exponate stammen zu einem großen Teil aus der Privatsammlung Karl-Heinz Rehkopf (Sohn der Stadt Einbeck), die Kleinwagensammlung Störy/Hildesheim ist eingeflossen, ebenso das Nutzfahrzeugmuseum/Sittensen.

Wanddeko im Design-Hotel

 

Wir waren am 3. Oktober diesen Jahres auf unserem 2-Tagesausflug sehr positiv überrascht. Anreise am Vortag und Übernachtung im PS-Speicher angeschlossenen Hotel – das war richtig klasse.

Aufmerksam geworden auf den PS-Speicher und demzufolge gelockt hat uns die Sonderausstellung 50 Jahre VW T2, in der die Interessengemeinschaft aus Hessisch-Oldendorf 15 Bullies und einen 1949er-Plattenwagen (VW-werksinternes Transportmittel und konzeptioneller Vorläufer für den Bulli) ausgestellt hat. Was wir überdies sehen und erleben durften, haben wir in 2 launigen Videos festgehalten. Ich denke, dabei ist keine cineastische Meisterleistung herausgekommen, aber vielleicht könnt ihr unsere Begeisterung mit den Aufnahmen etwas nachempfinden. Insbesondere die z.B. 50er-Jahre Milchbar, der ital. Campingplatz, …., die vielen Großdioramen, machen den Museumsbesuch in Einbeck so lohnenswert.

Mehr Info zu Ausstellungkonzept und Themenübersicht ist kurz und knapp auf der Wikipedia-Seite über den PS-Speicher festgehalten. Die PS-Speicher-Domain lautet: ps-speicher.de.

Teil 1 – Sonderausstellungen

Teil 2 – Daueraustellung (noch ein Hinweis: die kupplungs- und getriebelose Megola am Videoanfang hat keinen 6-, sondern eine 5 Zylinder-Motor im Vorderrad verbaut!)

Einen Besuch können wir also sehr empfehlen! Noch ein Tipp: in der Mittagspause den angeschlossenen Gastronomiebereich besuchen und auf Westfalia-Helsinki-Stoff-bezogenem Möbel den PS-Speicher-Burger    versuchen (zu schaffen).

Magirus-Tag

Planetengetriebe, die in Magirus-Deutz-Fahrzeugen verbaut wurden, dienten als Idee für die Namensgebung in den 50ern bei LKW und Bussen der Klöckner-Humboldt-Deutz (KHD) AG aus Ulm. So trugen sie die Namen: Saturn, Mercur, Jupiter oder Pluto.

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Gestern durfte der Mercur einmal ran. Das 1962 gebaute Tanklöschfahrzeug (TLF) im Tochterunternehmen der KHD hat Dienst bei Feuerwehr und Bahnbetrieb in Stuttgart und Saarbrücken geleistet, aber seit einigen Jahren ist es im stolzen Besitz von Schwager Gerhard.

  • TLF 16 auf Fahrgestell Magirus-F-Mercur 125 Allrad
  • luftgekühlter 6-Zyl.-Dieselmotor in V-Anordnung mit 125 PS und 7.983 ccm
  • 2.400 Liter Löschwasservorrat
  • mögliche Besatzung 1-5 Mann in der Doppelkabine
  • ursprüngliches zul. Gesamtgewicht 9.000 kg, heute abgelastet unterwegs

Wir hatten uns eine Ausfahrt vom ostwestf. Hiddenhausen ins ca. 75 km entfernte niedersächsische Aschen bei Diepholz vorgenommen. Dort war am Wochenende das traditionelle Treffen am Heimatmuseum, das jährlich im Juni vom e.V.  Die Oldieschrauber veranstaltet wird. Hier Einfahrt ins Gelände für das eindrucksvolle Fahrzeug und anschl. ein Stellplatz in der Feuerwehrgesellschaft.

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Selbst im Magirus angereist, interessierten uns vornehmlich die anderen LKW gleicher Marke, die die stilisierte Silhouette des Ulmer Münsters in Kombination mit dem M für Magirus auf der Motorhaube tragen – z.B. Eckhauber der 1. und 2. Generation.

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Dann Rundhauber, die so typisch sind für die Magirus-Deutz. 1951 kam dieser völlig neu gestaltete LKW auf den Markt. Die Technik ohne einen eckigen Wasserkühler vor dem Motorblock ließ die elegante Bauform zu. 1967 war das Bauende, die Deutsche Post wurde noch mit Rundhaubern bis 1971 beliefert.

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Andere LKW-Traditionsmarken fehlen an diesem sonnigen Tag natürlich auch nicht: Henschel, Büssing etc. Teilweise wurde im großen Sandkasten mit den historischen Fahrzeugen (LKW, Raupen, Baggern) unter Baustellenbedinungen gespielt.

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Unser Dieselmotor im Magirus war für die Rückfahrt am späten Nachmittag startklar ….

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…. der Bremskesseldruck zeigte über 5 bar an. Es konnte wieder losgehen. Für ca. 40 km des Rückwegs hatte ich das Steuer übernommen und konnte erfahren, daß die  Berufsbezeichnung Kraftfahrer bei den alten LKW auch etwas mit Kraft zu tun hat – das ließ mich der Rundhauber an diesem Wochenende spüren!

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Zum Schluß wieder auftanken (35 Liter auf 150 km verbraucht bei max. 60 km/h auf der Landstraße), Feuerwehrfahrzeuge werden immer mit vollem Tank einsatzbereit abgestellt.  🙂

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Gerd garagierte den Oldtimer-LKW am Abend gekonnt in der Remise – Ende eines schönen Tages – Ende einer Ausfahrt.

„Engländer rein, Möbel raus“ ….

…. das wäre ein Motto für die englischen Wochen im Möbelhaus. In Münster kann man ab heute stilvolle Oldtimer auf den Etagen des Möbelhauses Finke sehen. Seit vielen Jahren ist die Firma einer der Sponsoren der Münster-Classics.

Das Wetter spielt mit und die ersten Wagen werden am frühen Morgen auf Trailer verladen, um sie zum Möbelhaus zu fahren. Der 1,7t schwere Amstrong-Siddeley-Sapphire (1954) mit den Selbstmördertüren benötigt ein starkes Zugfahrzeug, die Singer-Gazelle (Cabriolet mit Erstzulassung 1960 in New-York) kommt hinter die MB S-Klasse. Der Singer ist ein typischer, englischer Mittelklasssewagen, der von 1956 bis 1970 von der Rootes-Group mit Sitz in London produziert wurde.

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Die Sphinx als Kühlerfigur mit den angedeuteten Strahltriebwerken beim Amstrong war der Hinweis auf die Flugmotoren des Herstellers. Letzte Autos der Marke wurden noch bis 1960 in Coventry gebaut.

Während wir verladen, wird im Möbelhaus schon eine erste Lieferung platziert: ein London-Taxi (1973, letzter Einsatzort als Hotelwagen in Hongkong) und der Austin-Healey 100/6 in seltener, gelber Lackierung (1958, 117 PS, 185km/h).

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Dieter und Monika haben Freude ihre Oldtimer einmal in neuer Umgebung zu sehen – der vollrestaurierte MGA 1500 (1959) wird hereingerollt. Der MGA wurde als Coupé und als Roadster ca. 101.000 mal gebaut, nur ca. 5.800 davon blieben auf der Insel. Der Sportwagen hält den Rekord für die höchste Exportrate britischer Autos.

Keine englische Oldtimerpräsentation ohne Jaguar: Karl-Heinz verläd den MKII 3.8 (1961). Für den langen E-Type 2+2 (1969) müssen in der Möbelausstellung die Sofas verrückt werden. Der berühmte E-Type mit 4,2 ltr.-Motor war auch schon als Neuwagen kein Schnäppchen, die Käufer mußten in den 60ern umgerechnet € 15.950 für diese Coupé-Version bezahlen. Die 2+2 steht nicht etwa für Allradantrieb, sondern bedeutet längerer Radstand mit 2 Notsitzen im Fond.

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Den D-Type-Rennwagen (1971) wollen alle schieben – das Deko-Team packt an! Der D-Type, der als Wettbewerbswagen bei Jaguar allein werksseitig zum Einsatz kam, hat in diesem Recreation-Modell einen 3,5 ltr.-Motor mit 170 PS verbaut und ist bei 1.100 kg auf einem Rohrrahmenchassis 200 km/h schnell.

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Ein Detail noch zum Singer-Cabriolet: das Stoffdach kann in 3 Positionen arretiert werden, offen, geschlossen und in der sog. Coupé-de-Ville-Position, die bis zur B-Säule  geöffnet wird. Die Karosseriesteifigkeit erhalten die Cabrios ggü. den Fahrzeugen mit festem Dach durch zusätzliche Kreuzverstrebungen in der Bodengruppe – britischer kann ein Auto kaum sein!

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Und wenn man einen englischen Oldtimer ins rechte Licht rücken will, so ist ein Kronleuchter sicherlich angemessen. Bis Mitte Dezember sind die Oldtimer jetzt bei Finke in Münster-Nienberge zu sehen.

8. Käfer-Wintertreffen in HF

In den Wintermonaten verstecken sich die Oldtimerfahrer in den Garagen und schrauben – so die übliche Vorstellung. In Herford ticken die Uhren anders! Schon zum 8. Mal findet immer im Januar das VW Käfer- und Veteranen-Winterfreffen statt. Auch 2016 war der Treffpunkt der alte Güterbahnhof, der Atmosphäre und Wärme bietet, wenn draußen der Schnee fällt.

Wer bei diesen Temparaturen den Käfer nicht schont, darf direkt vor der Tür parken.

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Kenner der Veranstaltung, die Familie Wude mit vielen Helfern in jedem Jahr auf die Beine stellt, kommen immer wieder. Ersatzteilhändler oder Interessengemeinschaften haben eine Stammplatz. Die Fahrzeug-Demonstration wechselt von Jahr zu Jahr und bietet immer wieder Abwechslung und Leckerbissen für die VW-Oldie-Szene.

Käfer ganz im Originalzustand, mal als Baja, als Herbie oder im Rennkleid sind in diesem Jahr dabei. Wer es ganz extrem mag, schleift vorn nur wenige Zentimeter über dem Asphalt.

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Die Lastenesel des Wirtschaftswunders dürfen bei dieser Show nicht fehlen. Zwischen den T1-Bullis in allen Karosserieformen steht reichlich Zubehör und Zeitgenössisches.

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Einige Exponate der Grundmann-Ausstellung (Hessisch Oldendorf) haben in diesem Jahr den Weg nach Herford gefunden, ein Brezel aus den 40zigern (KdF-Wagen) oder beispielsweise die Doka als Renntransporter-Langpritsche.

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Nicht alle Tage sieht man einen SP2 (VW Brasilien), der dicht gedrängt in einer Ecke zu entdecken ist. Der Porsche 356 ist unverkäuflich, der rote Karmann und die Ovalscheibe suchen hingegen einen neuen Liebhaber.

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Seltene Original-Ersatzteile sind zu finden: ein Petri-Lenkrad oder ein Motor mit altem Knecht-Luftfilter usw. Chromteile bringen neuen Glanz für den Veteranen, neu aufgebaute Motoren sorgen für zusätzliche PS.

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Wer für einen Karmann-Ghia noch nicht genug gespart hat, nimmt sich erst einmal einen Bulli aus einer kleinen Schachtel mit.

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Und nach dem Treffen ist vor dem Treffen – bis 2017!